Hobeck l Nicht nur am Pfingstmontag, dem eigentlichen Aktionstag, sondern bereits ab Sonnabend hatten die Bewohner des Rittergutes ihre Türen für Besucher geöffnet. „Das war ganz gut so, denn so verteilte sich der Besucherandrang und man hatte mehr Zeit und Ruhe für alle Gäste“, sagte Angelique Scharf, die das Haus mit ihren Eltern Claudia und Alfred seit gut drei Jahren bewohnt und saniert. Die Familie erwarb das zuletzt leerstehende Herrenhaus im Jahr 2015. „Das erste dreiviertel Jahr lebten wir hier wie im Mittelalter“, erzählt Alfred Scharf während der Führung: „Ohne Strom und ohne Wasser.“ Seitdem wird es Schritt für Schritt restauriert.

Baumaßnahmen

Im Inneren konnte wegen laufender Baumaßnahmen an diesem Schautag nur das Erdgeschoss gezeigt werden. Familie Scharf führte stolz durch die Räumlichkeiten, die nicht nur Museum sind, sondern tatsächlich von Familie Scharf bewohnt werden. Und so steht denn auf einem barocken Sideboard eben ein moderner Flachbildschirm. Auch die Küche hat Alfred Scharf nicht etwa im Stile der Erstbewohner eingerichtet, alles ist modern und zweckmäßig.

Den „großen Saal“, der den anderen Flügel des Gutshauses ausfüllt, wollen die Ritterguts-Bewohner auch möglichst bald herrichten. „Besonders in den kalten Jahreszeiten können wir dann hier gemütliche Gastlichkeit bieten“, blickt Claudia Scharf voraus. Am verlängerten Pfingstwochenende wurde die Gemütlichkeit in den Gutshof verlegt. Hier hatten die Gastgeber zwei mittelalterliche Zelte aufgebaut, denn das ist ein großes Steckenpferd der Familie.

Bilder

Gleichgesinnte gefunden

Tatsächlich fanden sich am Sonnabend weitere Anhänger des Mittelalterlichen Lebens in Hobeck ein: „Gäste, die in mittelalterlicher Gewandung zu uns kamen, fragten, ob sie ihr Lager neben unseren Zelten aufschlagen können“, berichtet Angelique Scharf. Sie durften. Neben dem kunstgewerblichen und gastronomischen Angeboten der Gastgeber war damit auf einmal auch ein echter Bogenbauer auf dem Hof. Etwas überstürzt wurden die Zelte am Pfingstmontag abgebaut, nachdem eine Unwetterwarnung für die Region herausgegeben wurde.

1827 erbaut

Erste Hinweise auf einen herrschaftlichen Sitz in Hobeck geben die Kellergewölbe aus den 950er-Jahren. Der aktuelle Bau soll 1827 erbaut worden sein. Prominentester Besitzer war Ernst Friedemann von Münchhausen, der Justizminister Friedrich des Großen. Zuletzt wurde der Bau von kommunaler Seite genutzt, um dann zwei Jahrzehnte ungenutzt zu sein.

Kontaktmöglichkeiten zu den Gutsbewohnern finden sich auf der Internetseite, auf der auch anstehende Aktivitäten angekündigt werden.