Burg l Es ist geschafft: Burgs Bauhof-Chef Horst Pötter steht in seinem künftigen Büro im sanierten ehemaligen Schlachthof-Verwaltungsgebäude und ist schwer beeindruckt. Moderne LED-Leuchten an der Decke und ein geräumiger Zimmerquerschnitt lassen erahnen, dass er von hier aus gern die Geschicke des städtischen Eigenbetriebes leiten wird. Möglich wurde die Investition in diesem alten Komplex mit einer Fläche von rund 800 Quadratmetern überhaupt, weil die Stadt neben Eigenmitteln auch ausreichend Städtebaufördermittel von Land und Bund erhalten hat. Auf diese Weise konnten in den Schlachthof seit Ende 2015 insgesamt etwa zwei Millionen Euro fließen, um aus der Ruine ein nutzbares Haus zu gestalten.

An einem Strang ziehen

Dass dies in den vergangenen Jahren neben der Landesgartenschau (Laga) gelungen „und hier jeder Euro sinnvoll eingesetzt ist“, bestätigte am Freitag Bauminister Thomas Webel (CDU). „Es gibt keinen Stillstand. Die Stadt schafft es immer wieder, sinnvolle Projekte auf den Weg zu bringen und durch solide Finanzpolitik die Voraussetzungen zu schaffen, Fördermittel einzuwerben“, konstatierte Webel. Dies sei nur zu erreichen, indem Stadtrat und Verwaltung an einem Strang ziehen, betonte er in Richtung des Stadtratsvorsitzenden Markus Kurze (CDU) und gab den kommunalen Politik-Akteuren noch einen Tipp: „Machen Sie weiter so!“

Webel konnte zugleich erfahren, dass die Schlachthof-Sanierung auch für gestandene Experten alles andere als ein Standardprojekt war. Planer Klaus Wegner und die städtische Bauingenieurin Karola Ziegler haben Bekanntschaft mit nahezu allen Pilzarten gemacht, die sich in einem über hundertjährigen Gebälk einnisten konnten. „Es gab jeden Tag Überraschungen“, sagte Wegner. Schon deshalb mussten beispielsweise die vorhandenen Holzbalkendecken im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss durch so genannte Ziegel-Einhängedecken ersetzt werden. „Und auf der Westseite hatte sich der Echte Hausschwamm bis ins Mauerwerk ausgebreitet“, so Wegner. Letztlich sei nichts anderes übrig geblieben, als auf die chemische Keule zu setzen.

Nach und nach vereinen

Jetzt, nachdem alle Räume so gut wie fertiggestellt sind, konzentriert sich die Stadt auf den Bau einer Fahrzeug- und Werkzeughalle sowie eines Sozialgebäudes, sagten Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) und Markus Kurze. Eine Bauvoranfrage sei bereits positiv beschieden worden. Denn nach und nach sollen alle drei Bauhof-Standorte samt Technik vereint werden.

Teilerneuerung des Dachstuhls

Die Erfahrungen, die mit der Sanierung des Schlachthof-Verwaltungsgebäudes gesammelt wurden, können jetzt in die nebenstehende Freibank einfließen, die ab Ende 2021 auf zwei Etagen für die offene Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden soll. Bis dahin muss das Gebäude, das ebenfalls dem Verfall preisgegeben war, auf Vordermann gebracht werden. Die schwierigste Aufgabe war bislang die Teilerneuerung des Dachstuhls. Knapp 1,2 Millionen Euro sind für die gesamten Arbeiten eingeplant. Nach einem Interessenbekundungsverfahren gibt es bereits drei Bewerber für die Jugendbetreuung.