Burg l Die Menschen im Wohngebiet „Ihletal“ können nun wieder ruhiger schlafen. Die Schlange, die nachmittags am 15. August aus einer Wohnung in der Johannes-Brahms-Straße ausgebüxt war, ist von ihrem Besitzer wieder eingefangen worden.

Es war kurz vor dem nächsten Jubiläumseinsatz, als die Feuerwehr am Sonntagnachmittag zum 149. Mal in diesem Jahr ausrückte. Doch auch mit der ungeraden Zahl wird dem Einsatz viel Beachtung geschenkt, ging es doch um die gut zwei Wochen lang verschwundene Boa.

Zwar hatte die Einschätzung von Amtstierärztin Dr. Anja Spillner keine akute Gefährdung für Erwachsene und Kinder gesehen. Eine Boa ernähre sich nämlich von kleinen Säugetieren wie Mäusen, Ratten oder Meerschweinchen. Vorsichtshalber allerdings soll- ten Kinder und Haustiere im „Ihletal“ nicht unbeaufsichtigt nach draußen gelassen werden.

Anwohner in Unruhe

„Das macht mich schon ein wenig nervös, dass sie noch unterwegs ist. Den Nachbarn wurde geraten, lieber die Fenster geschlossen zu halten, zur Sicherheit. Am meisten mache ich mir nun Sorgen um meine Katze. Die lasse ich jetzt erst mal nicht mehr aus den Augen“, wurde eine Anwohnerin in der Volksstimme zitiert, die ungenannt bleiben wollte.

Drei Stunden lang hatte die Feuerwehr mit Unterstützung der Drehleiter versucht, die Schlange ausfindig zu machen. Allerdings blieben die Bemühungen ohne Erfolg, der Einsatz wurde abgebrochen.

Danach passierte erst einmal nichts, aktiv wurde die Schlange nicht gesucht. Natürlich sei die Stadt mit ihrem Ordnungsamt für die Gefahrenabwehr zuständig, aber es müsse festgestellt werden, ob diese Schlange eine Gefahr ist, beantwortete Burgs Stadtsprecher Bernhard Ruth eine Anfrage der Volksstimme. „Wenn es sich um eine Giftschlange handeln würde, würde dies in der Tat eine Gefahr bedeuten und dann auch eine intensive Suche nach dem Tier unternommen“, versicherte der Stadtsprecher.

Bei der Boa handelt es sich mit rund zwei Metern Länge um ein von der Größe durchaus beeindruckendes Tier, aber eben um keine Gift-, sondern eine Würgeschlange. Sie blieb verschwunden. Erst am vergangenen Sonntag kam wieder Bewegung in die Sache. Passanten hatten die Schlange im Wohngebiet entdeckt, alarmierten Besitzer, Polizei und Feuerwehr, wie René Teßmann von der Pressestelle der Stadtverwaltung auf Volksstimme-Nachfrage mitteilte.

Wer bezahlt die Einsätze?

„Die diensthabende Schleife bekam um 14.31 Uhr die Meldung auf ihre digitalen Funkmeldeempfänger, dass eine Schlange an einem Regelfallrohr gesichtet wurden sein sollte“, schildert die Burger Wehr das Geschehen auf ihrer Facebook-Seite.

Mit dem Hilfeleistungslöschgruppen-Fahrzeug und der Drehleiter rückte sie mit acht Feuerwehrleuten schon kurz nach der Alarmierung aus. Vor Ort sahen sie dann die Lagemeldung bestätigt. Die seit gut zwei Wochen vermisste Schlange hatte sich wieder angefunden und das Regenfallrohr als einen Rastplatz auf ihrer Reise durch die Burger Gegend ausgesucht. Eingefangen wurde das Tier durch den Besitzer, der die Boa in seine Wohnung nahm.

Laut Polizeibericht vom Montagnachmittag wurde sie in ihr nunmehr nicht mehr defektes Terrarium gesetzt. Ein intaktes Terrarium ist die Voraussetzung für die Haltung von Würgeschlangen, auch muss der Vermieter seine Zustimmung geben. Eine amtliche Genehmigung muss sich der Tierhalter bei dieser Schlangenart auf der anderen Seite nicht einholen. Bei giftigen Schlangen müssen hingegen Zuverlässigkeit und Sachkenntnis nachgewiesen werden.

Fest steht allerdings noch nicht, ob dem Schlangenbesitzer noch eine Rechnung von der Stadt ins Haus flattern wird. „Zur Zeit wird noch geprüft, ob der Besitzer die Kosten der Feuerwehreinsätze bezahlen muss“, so Teßmann am Montag gegenüber der Volksstimme. „Sollte es sich um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit handeln, sind diese Einsätze kostenpflichtig“, ergänzte der Fachbereichsleiter für Recht und Ordnung, Jens Vogler.