Möckern l Die untergehende Sonne hinter der St.-Laurentiuskirche, das Klimpern von Gläsern und lachende Kinder, dazu noch Musik einer Liveband: richtige Biergartenatmosphäre herrschte am Sonnabend im Möckeraner Schlosspark, genau dort, wo früher einmal nur der gräflichen Familie Tee gereicht wurde.

Am Sonnabend bekamen hier alle etwas zu trinken. Der Förderverein „Historischer Schlosspark“ hatte zum diesjährigen Weinfest eingeladen. Schon ab 17 Uhr waren die ersten Gartengarnituren besetzt, am Ende mussten die Vereinsleute noch Bierbänke und -tische herbeitragen, damit auch wirklich alle Gäste Platz fanden.

Konkrete Besucherzahlen konnte die Vorsitzende des Parkfördervereines am Montagmittag noch nicht nennen. Ein Indikator für die Gästezahl dürfte demnächst aber die Anzahl der verkauften Gläser mit dem Vereinslogo sein, die man erwerben musste, um danach die kredenzten feinen Winzerweine genießen zu können.

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Allerdings gab es auch viele Gäste, die beim Weinabend mit Bier oder nichtalkoholischen Getränken glücklich wurden. Derweil lieferte die Titelliste der Band „Fertch“ sogar noch härtere Drinks – zumindest musikalisch. Auf irischen und internationalen Folk spezialisiert, sangen die Musiker aus Möckern und Hohenziatz schließlich auch über Hochprozentiges, wie Whisky oder Grog.

Zwiebelkuchen und Brezeln

Zwiebelkuchen und Brezeln waren im Angebot und sogar einen kleinen Basar zum Stöbern mit Taschen, Gürteln, Tüchern und Schmuck hatten die Vereinsmitglieder aufgebaut.

Gestöbert, gesungen, getrunken und gegessen wurde an diesem Abend übrigens für den guten Zweck. Der Förderverein möchte den Schlosspark wieder zu dem machen, was er früher einmal war: ein echter englischer Landschaftsgarten. Dazu müssen allerdings noch einige Bäume an historischer Stelle wieder neu gepflanzt werden.

Es sollte nicht lange dauern, da konnte „Fertch“-Sänger Thomas Mühle verkünden, dass die erste Linde zusammengekommen sei. Es sollte nicht die einzige Linde bleiben: „Vier Linden sind jetzt wohl realistisch“, erklärte die Vereinsvorsitzende Nora Gräfin vom Hagen am Montag zufrieden. 200 Euro veranschlagen die Vereinsleute pro Linde. Die Pflanzungen sollen noch in diesem Jahr erfolgen.

Arbeitseinsatz am 22. September

Schon steht der Termin fest, an dem die Vereinsleute mit möglichst vielen ehrenamtlichen Helfern und Mitstreitern nicht feiern, sondern klotzen wollen. Für den Sonnabend, 22. September, wurde der nächste große Arbeitseinsatz anberaumt. „Jeder, der mal mithelfen möchte, unseren Schlosspark in Ordnung zu halten, ist herzlich willkommen“, so die Vereinsleute. Mit von der Partie sind dann auch wieder die „Geocacher“, die den Schlosspark das ganze Jahr über gerne für ihre modernen Schatzsuchen nutzen.

Das diesjährige Glühweinfest – bei dem das Teehaus dann wieder seine winterlich-gemütliche Ausstrahlung beweisen darf, wird möglicherweise erst nach dem Weihnachtsfest stattfinden, hieß es gestern aus Vereinskreisen.

Sanierungsbedarf beim Teehaus ermittelt

Das Teehaus ist ebenso wie der Schlosspark im Besitz der Stadt Möckern. Der Parkverein, der seinen Vereinssitz inzwischen offiziell im Teehaus nehmen durfte, hat nicht nur die romantische Seite des Teehauses entdeckt, sondern auch die Schattenseiten: Putz bröckelt von manch einer Wand, es besteht reichlich Sanierungsbedarf. Ersten Kostenvoranschlägen zufolge liegen die Gesamtkosten bei 100 000 Euro.

Vor wenigen Tagen stellte Vereinschefin Nora Gräfin vom Hagen deswegen das Konzept des Vereines in Zerbst einer LEADER-Kommission vor. Bei diesem EU-Programm zur Förderung der ländlichen Räume hat der Verein Gelder beantragt, eine Bewilligung steht noch aus.