Burg l Im Jerichower Land läuten am Donnerstag (15. August) wieder die Schulglocken zum Unterricht. Dann haben die Jungen und Mädchen zum ersten Mal nach den Sommerferien den Schulweg hinter sich gebracht. Am Wochenende kommen die Abc-Schützen hinzu, die sich zum ersten Mal zum Unterricht aufmachen. Idealerweise kennen sie ihren Schulweg bis dahin aber schon. Dazu rät Polizeihauptkommissar Jörg Löffler im Gespräch mit der Volksstimme. „Das Üben des Schulwegs ist ganz wichtig und die Vorbildfunktion der Eltern, die sind dabei das A und O“, sagte er. Zu bedenken sei, dass der sicherste Weg nicht unbedingt der kürzeste ist. Für die Stadt Burg werde derzeit unter Mitwirkung unter anderem der Stadt und des Landkreises, der Polizei und der Verkehrswacht ein Schulwegsicherungskonzept erarbeitet. Ziel ist eine Broschüre, in der für jede Schule der sicherste Schulweg aufgezeigt wird. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Unter anderem kommen Fußgängerüberwege, Ampeln und Parkmöglichkeiten in die Betrachtung.

Viele Schüler, kein Übergang

Besonders schwierig in Burg findet Löffler den Bereich Zerbster Promenade/Zerbster Straße auf dem Weg zur Pestalozzischule. „Dort gibt es sehr viel Verkehr in die Innenstadt , viele Schüler und keinen Übergang“, zählte er auf. In Genthin hat er den Bereich Jahnstraße/Große Schulstraße als am kritischsten ausgemacht. Vor allem die dortige Parksituation, die zu unübersichtlichen Überholvorgängen führe, sei ein Problem.

Zwei Unfälle

Die Unfallstatistik der vergangenen Jahre sieht glimpflich aus, wenn auch jeder Unfall einer zu viel ist, wie Löffler betont. Im vergangenen Jahr verunglückten insgesamt sechs Kinder auf dem Weg von oder zur Schule. Die Zahl der Unfälle lag in den vergangenen zehn Jahren zwischen vier und sieben. In diesem Jahr gab es zwei Unfälle. Ein Kind wurde beim Überqueren des Südrings angefahren, der Unfallfahrer machte sich aus dem Staub. Da vom Auto lediglich bekannt ist, dass es ein Magdeburger Kennzeichen hat, stehen die Chancen schlecht, ihn zu finden.

Der zweite Unfall ereignete sich in Möser, als ein Kind hinter dem Schulbus die Straße überquerte und von einem entgegenkommenden Fahrzeug erfasst wurde. „Glücklicherweise haben wir in der Statistik keinen Todesfall“, meinte der Polizist.

Schulweghelfer im Einsatz

Dass das so bleibt, ist auch das Ziel verschiedener polizeilicher Aktionen. So werden am morgigen Donnerstag unter dem Motto „Speed Day“ verstärkt Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen. Der nächste Aktionstag ist dann am kommenden Montag, wenn vor der Grundschule Süd nicht nur die Geschwindigkeit, sondern beispielsweise auch die Rückhaltesysteme überprüft werden. Für zu schnelle Autofahrer wird es einen Tadel von Grundschülern geben, für vorbildliche ein Geschenk. Auch Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) wird sich das Geschehen ansehen.

Doch die Polizei kümmert sich nicht nur zum Schulbeginn, sondern auch während des Schuljahres um die Sicherheit der Schüler, unter anderem mit den Fahrradkursen. Besonders freut Löffler, dass es im kommenden Schuljahr fünf Schulweghelfer im Jerichower Land geben wird. Diese Erwachsenen dürfen zwar nicht in den Verkehr eingreifen, signalisieren den Jungen und Mädchen aber, wenn sie freie Bahn haben, sorgen so für ein weiteres Stück Sicherheit.