Burg l Frank Wedekind kommt aus dem Erzählen und Erklären nicht raus. Den Besuchern des Hallenbades am Tag der offenen Tür zeigt er, was auf-, um- und abgebaut wird und welche Gegenstände zur Auktion bereit stehen. „1989 habe ich hier angefangen. Über 30 Jahre bin ich hier jeden Tag gerne hingekommen“, sagt der Schwimmmeister des Burger Hallenbades.

Jetzt steht die große Sanierung an. In den nächsten Wochen wird das Inventar geräumt, bevor dann die ersten Baufirmen anrücken. Die Schwimmhalle wird von Grund auf erneuert. Rund vier Millionen Euro steuert die Stadt als Eigenmittel bei. Den letzten Fördermittelbescheid überreichte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) in der vorigen Woche. Rund neun Millionen Euro wird das Projekt kosten. „Wir wollten für alle Bürger der Stadt nochmal die Gelegenheit schaffen, sich ein letztes Bild von der Schwimmhalle machen zu können. Viele haben hier Schwimmen gelernt und möchten die Halle noch einmal in ihrem jetzigen Zustand sehen“, erklärt Sonnhild Noack, Bau-Fachbereichsleiterin der Ihlestadt.

Mächtiger Geruch

Unterdessen führt Schwimmmeister Wedekind die Besucher vom Eingangsbereich in die Halle. Ein mächtiger Geruch macht sich unter dem Mund-Nasen-Schutz breit. Es stinkt. „Das sind die Abflüssen. Wir spülen sie zwar ab und an noch durch, aber der Geruch kommt halt, wenn kein Wasser durch die Leitungen fließt“, so Wedekind.

Bilder

Seit der Eröffnung im Oktober 1974 lässt der Besucherstrom nicht nach. Auch dies wird ein Grund sein, warum nach 1997 ein weiteres Mal saniert wird. „Die Umkleidekabinen sind im Zuge der letzten Renovierung mitgemacht worden. Aber hier in der Schwimmhalle ist fast alles noch im Originalzustand von 1974“, weiß Frank Wedekind. Der Zustand der Fliesen scheint von außen immer noch gut zu sein. Den Grund dafür sieht Wedekind in der ständigen Pflege. „Wir haben immer gut auf die Erhaltung geachtet. Uns haben öfters die Besucher gefragt, warum die Temperatur in der Halle so hoch ist. Durch die mindestens drei Grad wärmere Luft im Vergleich zum Wasser kondensiert dies weniger. Dadurch wird das Mauerwerk geschützt und hält auch ruhig mal über 40 Jahre.“

Während der kleinen Führung durch die Räume der Schwimmhalle werden auch die Pläne für die Sanierung vorgestellt. Die beiden häufigsten Fragen sind laut Wedekind die nach dem Farbkonzept und nach einem Außenbereich. „Außer der Sauna, die nach der Sanierung einen kleinen Außenbereich bekommt ist nichts weiter dazu geplant“, so Wedekind weiter.

Bunt sei besser

Was das Farbkonzept angeht, kommt der deutlich buntere und farbenfrohere Vorschlag nicht nur bei den jüngeren Besuchern gut an. „Die meisten fanden die bunte Farbgestaltung bei weitem besser. Welches Konzept am Ende genommen wird, darüber entscheidet der Stadtrat in den nächsten Wochen“, erklärt Sonnhild Noack.

Die Zeit nach dem Umbau wird Frank Wedekind allerdings nicht mehr als Bademeister erleben. Der Ruhestand ruft. „Es ist schon komisch, in so einer Situation zu gehen. Aber ich werde sicherlich noch oft hier vor Ort sein“, so Wedekind am Schluss.