Corona-Kontrollen

Seniorenheime im Jerichower Land schneiden bei Kontrollen zur Testpflicht gut ab

In Pflegeheimen wurden schon viele Bewohner geimpft, aber das Testen von Besuchern und Personal muss weiterlaufen. Die Heimaufsicht des Landesverwaltungsamts überprüft die Einrichtungen in Burg und Umgebung.

Von Nicole Grandt
Im Jerichower Land wurden 22 der insgesamt 25 Pflegeeinrichtungen überprüft. Foto: Anke Reppin

Burg. Wer im Jerichower Land seine Angehörigen in einem Alten- oder Pflegeheim besuchen möchte, muss sich vor Betreten des Heimes einem Corona-Test unterziehen. Nur bei einem negativen Ergebnis darf die Einrichtung dann von den Besuchern betreten werden. Zudem muss sich das Pflegepersonal mindestens zweimal pro Woche per Schnelltest vor Dienstantritt auf eine eventuelle Corona-Infektion testen lassen. Soweit die Vorschriften. Werden diese auch umgesetzt? Dies will die Heimaufsicht des Landesverwaltungsamts überprüfen und sah sich seit Mitte Januar Pflegeeinrichtungen im Jerichower Land an.

Bei zwei Heimen wurden Mängel festgestellt

Im Jerichower Land wurden 22 der insgesamt 25 Pflegeeinrichtungen überprüft. Der Großteil davon wurde vom Landesverwaltungsamt als gut bewertet, in zwei Häusern wurden Mängel bei Testintervallen oder der Dokumentation festgestellt. Was genau war schief gelaufen? „Die festgestellten Mängel bestanden in einem Verstoß gegen die aktuelle Fassung der Eindämmungsverordnung, in dem das Personal nicht wie festgelegt zweimal, sondern lediglich einmal in der Woche getestet wurde, und auch die Zutrittskontrollen waren unzureichend“, erläutert Katharina Steinhardt von der Pressestelle des Landesverwaltungsamts Sachsen-Anhalt. Welche beiden Heime betroffen waren, gibt das Amt jedoch nicht bekannt.

Kontrolliert wurden im Jerichower Land unter anderem die Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes. „In allen DRK-Einrichtungen wurde die Testpflicht kontrolliert. Die Prüfungen haben ergeben, dass die Testkonzepte in Ordnung seien. Es wurden diesbezüglich keinerlei Mängel festgestellt“, erklärt Christian Luckau, Verantwortlicher für die Öffentlichkeitsarbeit im DRK Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land. „In unseren Senioren- und Pflegeeinrichtungen wird das Personal mindestens zweimal in der Woche durch Schnelltests auf Corona getestet. Zeitgleich finden anlassbezogene Testungen statt. Neben dem Personal wird in den DRK-Senioren- und Pflegeeinrichtungen jeder Besucher einem Schnelltest nach Einwilligung unterzogen. Erst ein negativer Test berechtigt zum Betreten der Einrichtung“, erläutert Luckau das Testkonzept der DRK-Einrichtungen.

Beratung zur Testpflicht oft noch nötig

Nach acht Wochen Kontroll- und Beratungstätigkeit zieht die Heimaufsicht des Landesverwaltungsamtes ein erstes Fazit. 355 von 470 stationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen-Anhalt wurden auf die Einhaltung der Testpflichten kontrolliert. 75 Prozent davon bekommen das Urteil gut. Dabei sei die Kontrolltätigkeit der Heimaufsicht vielerorts positiv aufgenommen worden. Zudem habe es sich gezeigt, dass seitens der Einrichtungen nach wie vor ein erheblicher Beratungsbedarf nicht nur zu den Testpflichten besteht, heißt es in einer Mitteilung des Landesverwaltungsamtes. Insgesamt wurden in Sachsen-Anhalt bei 29 Einrichtungen Verstöße gegen Paragraf 9 festgestellt, der die Eindämmungsmaßnahmen für Krankenhäuser, Pflege- und Behinderteneinrichtungen regelt. Zu den erfassten Mängeln zählten dabei die Unterschreitung der vorgegebenen Testintervalle, die Nichttestung bestimmter Personengruppen wie Ärzte oder Therapeuten sowie Dokumentationsmängel.

Die bereits erfolgten Impfungen und das Kontrollieren der Einhaltung der Testpflichten hat nach Angaben der Heimaufsicht in den vergangenen Wochen dazu geführt, dass sich die Situation in den Einrichtungen wesentlich entspannt hat. Dies wertet die Landesbehörde als positive Entwicklung, die zeige, dass die Kombination aus Impfen und Testen der richtige Weg sei. In der Mitteilung des Landesverwaltungsamtes heißt es auch, dass so gezeigt wurde, dass die Kontroll-Maßnahmen notwendig waren.

Großteil der Pflegekräfte ist schon geimpft

Beratungsbedarf gibt es zumindest in den Einrichtungen des DRK derzeit nicht, berichtet Luckau. „Von Seiten des Personals gibt es keine Fragen bezügliche der Testverfahren und Testabläufe mehr. Die Pflegefachkräfte sind dahingehend alle informiert und unterwiesen. Gleichzeitig können wir mitteilen, dass in unserem Verband 90 Prozent der Belegschaft in den DRK-Senioren- und Pflegeheimen durchgeimpft ist.“

Landesweit leben derzeit rund 40.000 Menschen in den rund 470 stationären Pflegeeinrichtungen. Zum Schutz der Würde und der Interessen der Bewohner überprüft die Heimaufsicht des Landesverwaltungsamtes die Pflegeeinrichtungen regelmäßig unangekündigt auf die Einhaltung der Qualitätsanforderungen in den Pflegeeinrichtungen des Landes.