Zeddenick | Am Freitagabend entdeckte die Besitzerin einer kleinen Herde von Kamerunschafen, dass sieben ihrer Tiere tot und zum Teil aufgefressen auf der kleinen Weide direkt neben der Gutsbebauung liegen. Nur ein Schafbock und drei Jungtiere wurden verschont.

Schnell lag der Verdacht nahe, dass es der Wolf gewesen sein könnte. Gutachter des Wolfskompetenzzentrums wurden informiert. Sie werden dies jetzt zu klären versuchen. Wieder einmal.

Denn bereits im Oktober 2015 waren Wölfe auf eine eingezäunte Weide am Gutshof von Zeddenick eingedrungen und hatten Schafe getötet. Eine Analyse durch das zuständige Labor in Stendal hatte später bestätigt, dass die Tiere tatsächlich von einem Wolf gerissen worden waren. Auch damals waren es sieben tote Schafe, erinnert sich Hans Dietrich Graf vom Hagen.

Bilder

Bergung

Der Eigentümer des Gutshofes half am Freitagabend bei der Bergung der toten Tiere.

Zuvor sicherten benachrichtigte Polizeibeamte zunächst die Spuren und machten Fotos. Deutlich war am Zaun niedergedrücktes Gras zu sehen.

Es müssen mehrere Wölfe gewesen sein, mutmaßt Angelika Gräfin vom Hagen. Da nur zwei der Schafe angefressen wurden, könnte es sich um ein Rudel gehandelt haben, bei dem die alten Tiere dem Nachwuchs zeigen, wie das mit dem Beutereißen geht.

Auf dem etwas abseits von Zeddenick gelegenen Gutshof, dessen Wohnhäuser jedoch bewohnt sind, mag man nach diesem zweiten Vorfall nicht daran glauben, dass Wölfe angeblich nicht bei menschlichen Siedlungen Haustiere reißen.

Und für Annerose Schmidt hat sich die Schafhaltung nach diesem erneuten Vorfall wohl endgültig erledigt: „Die überlebenden Tiere werde ich abgeben, und neue Schafe schaffe ich mir nicht noch einmal an“, gab sie am Freitag resigniert zu Protokoll.