Burg l Steinmetzmeister Hartmut Kositzki ist mit seinen 74 Jahren ein gestandener Mann. Tausende Grabsteine oder -platten hat er hergestellt oder wieder in einem ansehnlichen Zustand gebracht – mit handwerklichem Geschick und jede Menge Fachwissen. „Das hier ist schon ein besonderer Auftrag“, sagt der Colbitzer. „Es kommt ein Stück Geschichte zum Tragen, die wir hoffentlich niemals wieder erleben“, sagt er - und schaut auf die Grabplatten der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges. „Der Jüngste hier war 17, schreiben Sie das ruhig. Wir sollten froh und dankbar sein, dass wir in Europa so viele Jahrzehnte in Frieden leben und alles dafür tun, dass dies auch so bleibt.“

Ein Stück Geschichte

Der Altmeister wirkt nachdenklich. „Ich finde es gut, dass die Ehrenanlagen hier aufgearbeitet und damit ein Teil der Landesgartenschau sein werden.“ So komme ein Stück Geschichte ins Bewusstsein.

Mit seiner Firma hat Kositzki in den zurückliegenden Monaten ganze Arbeit geleistet, damit 370 Grabplatten aus Granit und 50 Kreuze so aufgearbeitet werden, dass sie weiterhin ein würdiges Teil der Erinnerungskultur in Burg sind. Lagen die Platten bislang auf dem Erdboden, erhält jede nun eine angeschrägte Granit-Konsole, die wiederum fest mit Beton verankert sind. Auch der Unterbau wird mit Kies und Mörtel einen festen Halt geben. Noch etwa gut zwei Wochen hat das Unternehmen aus dem Nachbarkreis, das seit 1965 existiert, mit den Arbeiten im westlichen Teil der Parkanlage zu tun.

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Unter Schutz stehend

Die Sanierung der Ehrenanlagen auf der 1,3 Hektar großen Fläche hatte der Stadtrat im April 2016 als Komplex beschlossen, erinnert Andrea Gottschalk, Leiterin der städtischen Laga-Projektgruppe. Diese Fläche beinhaltet den Deutschen Soldatenfriedhof ebenso wie das Ehrenmal für die gefallenen Sowjetsoldaten und den Gedenkstein für die ums Leben gekommenen Feuerwehrleute. Bereits bei der Wettbewerbsauslosung zur Landesgartenschau wurde deutlich, dass es sich um Kulturgüter, Friedhöfe und Denkmale handelt, die unter besonderem Schutz stehen und keine Veränderungen erlaubt sind. das Erscheinungsbild wird nicht verändert. Dazu hat es unter anderem Gespräche mit der russischen Botschaft in der Bundesrepublik gegeben.

Die Kosten für die Sanierung der drei Ehrenmäler belaufen sich auf rund 301.000 Euro.