Burg l 5:0. Das war der Tipp, den der elfjährige Lukas für das Spiel seines Lieblingsvereins 1. FC Magdeburg gegen Hansa Rostock abgab. Doch auch wenn die Blau-Weißen eine 0:1-Heimniederlage kassieren mussten, war es ein gelungener Tag für den leukämiekranken Jungen.

Einen bunten Spendentag hatte das Bowling-Center Burg in der Fußgängerzone rund um den Magdalenenplatz initiiert. Chefin Andrea Kaufmann kennt Lukas’ Tante, die eine Facebookseite für den tapferen Jungen pflegt. Und sie holte sich zahlreiche Unterstützer mit ins Boot, so dass eine Hüpfburg und ein Kinder-Bungee, eine Mal- und Schminkstraße, ein Grill und ein Getränkestand in der Innenstadt aufgebaut waren.

Mutter ist überwältigt

Lukas wurde wie ein kleiner Star begrüßt, „Luki“-Rufe kamen von vielen Seiten, zahlreiche Besucher wollten ein Selfie mit dem Jungen machen, der das alles ganz locker nahm. „Veranstaltungen wie diese tun ihm gut“, sagte Lukas’ Mutter Steffi Beyer im Gespräch mit der Volksstimme. Auch sie sei ganz überwältigt von der Anteilnahme am Schicksal ihres Sohnes. Seit sechs Jahren, seit der niederschmetternden Diagnose, kämpft sie mit ihm den Kampf gegen die Krankheit, weicht keinen Schritt zurück, auch wenn es aussichtslos erscheint. Sie will stark sein, wenn es auch für sie die schwachen Momente gibt. „Ich habe gelernt damit umzugehen“, erklärte die Frau, die ebenso tapfer wie ihr Sohn ist.

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Aufregend im positiven Sinne wurde es, als sich der Motorradsportclub Burg mit einem Corso dem Platz näherte. „Uns hat das alle ergriffen, da war gar keine Frage, dass wir helfen“, sagte Remo Kölner auf Volksstimme Nachfrage. Der MSC machte nicht nur eine Freude mit einer Spende, sondern nahm Lukas auch mit auf eine kleine Runde.

Einsatzfahrzeug für Lukas

Auch die Freiwillige Feuerwehr Burg ließ es sich nicht nehmen, kurz vorbeizuschauen. „Wir können nicht die ganze Zeit bleiben, weil wir immer zu einem Einsatz gerufen werden können, aber wir wollten auch zeigen, dass uns diese Veranstaltung wichtig ist“, sagte Burgs Ortswehrleiter Jens Wiedemann. Natürlich kam die Feuerwehr nicht zu Fuß, sondern mit einem Einsatzfahrzeug, das von den jungen Besuchern entdeckt werden durfte.

Eine Anfahrt von über zwei Stunden nahm Nicole Bände auf sich. Sie kam zusammen mit ihrer Tochter Fiona aus Weißwasser nach Burg. Die Sechsjährige leidet ebenfalls an einer aggressiven Art der Leukämie und steht derzeit unter Intensivtherapie. „Es war mir wichtig, die Menschen hier kennenzulernen“, sagte die junge Mutter, die zusammen mit ihrer Tochter gegen die Krankheit kämpft, die vor gut einem Jahr diagnostiziert wurde. Die Therapie stimmt sie allerdings zuversichtlich.

Weiteste Anreise aus Schweiz

Die weiteste Anreise hatte wohl der Schweizer René Aerni. Zwölf Stunden hatte er am Freitag aus Bern gebraucht, schon an der Grenze nach Deutschland im ersten von vielen Staus gestanden. „Wenn ich nicht die Vorfreude gehabt hätte, wäre ich ärgerlich geworden“, sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. So aber freute er sich Lukas, den er zuvor nur über Facebook kannte und ihm eine Geburtstagstorte geschickt hatte, persönlich getroffen zu haben. Für ihn ist der Eljährige ein ganz besonderer Junge: „Er scheint ständig Freude auszustrahlen“. Und so war beim schnell das lange Warten in den Staus vergessen: „Es war die Reise wert“, lautete sein Resümee.

Am heutigen Montag wird die Spendensumme bekanntgegeben, die so manchen Traum finanzieren helfen soll.