Burg l Was sich bewährt hat, soll fortgesetzt werden. Weil das Geschäftsstraßenmanagement (GSM) bereits in den zurückliegenden Jahren eine wichtige Nahtstelle zwischen Händlern und Verwaltung war, sollte auch künftig auf diese Schnittstelle nicht verzichtet werden. Aus diesem Grund hat der Stadtrat beschlossen, das Projekt GSM fortzuführen.

Am Mittwoch nun sollen beim traditionellen Händlerfasching einige Eckpunkte für die kommenden Monate festgelegt werden, kündigten Birgit Schmidt und Sebastian Essig vom GSM an. Beide ergänzen sich ideal: Birgit Schmidt hatte bereits in der Vergangenheit die Federführung beim GSM inne und kennt die Burger Innenstadt und ihre Besonderheiten aus dem Effeff; Sebastian Essig hat als Neueinsteiger möglicherweise andere Perspektiven im Blick. „Das ist eine gute Mischung und wir freuen uns auf die kommende Zeit“, sagt Schmidt.

Händler können mitreden

Und diese Zeit könne nur so gut gestaltet werden wie auch die Händler mitmachen und eigene Ideen einbringen. Einige Schwerpunkte sollen jetzt miteinander diskutiert werden. So gehe es darum, die Innenstadt insgesamt noch familienfreundlicher zu gestalten. Eltern sollten Lust haben, durch die Stadt zu spazieren, weil auch die Kleinen dabei auf spielerische Art Spaß haben sollen. Dies müsste keinesfalls aufwendig organisiert werden – „ein kleines Hüpfspiel auf dem Fußboden oder ein Klangspiel in den Geschäften, das neugierig macht, reicht oftmals schon aus, um kindgerechte Abwechslung zu schaffen“, sagt Birgit Schmidt. Unter dem Motto „Spielen an Wegen“ ließen sich auch in Burg viele Möglichkeiten schaffen, um Kindern den Aufenthalt zu versüßen. Gleichzeitig könnten die Eltern entspannter die Angebote unter die Lupe nehmen.

Auch das Thema Mobilität soll in den Fokus gerückt werden. Die Einkaufsmeile ist zwar keine Radfahrzone, aber Abstellmöglichkeiten für Fahrräder gibt es noch zu wenige. Auch deshalb, weil viele Ältere auf Fahrräder zurückgreifen und es durch die Schartauer Straße schieben. „Wir gehen davon aus, dass wir dafür auch Mittel aus dem Verfügungsfonds bereitstellen können“, so Schmidt.

Burger Markt als Problem

Ein Problem in der Stadtentwicklung und auch für das GSM war der Burger Markt, der sich abgehängt fühlte. Hierbei sei die Talsohle durchschritten, konstatieren die Experten. Auch durch die neuen Gewerbeflächen, die die Wohnungsbaugesellschaft geschaffen habe, sei dieser östliche Bereich der Einkaufsstraße zu einer Art Dienstleitungszentrum mit vielen Parkplätzen drumherum geworden. „Dagegen hat sich die Leerstandssituation am Übergang zwischen Markt und zur Schartauer Straße wiederum verschlechtert“, so Essig. Einige Jahre zuvor war das Bild genau andersherum. Aber Nutzungsänderungen und Geschäftsaufgaben seien in jeder Innenstadt mit Einzelhandel normal, betonen Schmidt und Essig. Für Burg spreche in diesem Zusammenhang, dass die Mehrzahl der rund 180 Läden im Bereich der Schartauer Straße mit anknüpfenden Straßen noch von den Inhabern selbst geführt werde.

Die Zahl der Leerstände blieb in den zurückliegenden Jahren übrigens auf relativ gleichem Niveau. 2017 waren es 34 Läden, 2018 im Landesgartenschau-Jahr 30 und 2019 insgesamt 35. „Solch ein Leerstand ist nie schön, aber es lassen sich auch Möglichkeiten von Zwischennutzungen oder anderen Verwendungen schaffen, wenn auch die Besitzer offen für neue Ideen und kreative Konzepte sind“, ist sich Sebastian Essig sicher. „Wir müssen nur eng im Gespräch bleiben.“