Gommern l „Das Erste, was einem Franzosen in Deutschland auffällt, ist die Autobahn. Ihr habt keine Geschwindigkeitsbegrenzung – und sobald ein 100-km/h-Schild kommt, bremsen tatsächlich alle ab. Das würde in Frankreich nicht funktionieren“, sagt Christine Ploton in fast perfektem Deutsch und lacht. Sie und ihr Mann Laurent kommen aus dem französischen Saint Jean de la Ruelle und sind bereits zum achten Mal in Gommern. Und wie immer sind sie bei der Familie von Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein untergebracht, der seines Zeichens auch der 1. Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins ist, der alljährlich die Austausche mit Saint Jean de la Ruelle organisiert.

„Bei uns fing es 2002 an“, erinnert sich Christine Ploton. „Da war Jens das erste Mal bei uns – und es hat sich eine Freundschaft entwickelt.“ Seither besuchen sie sich regelmäßig.

Freundschaft wird tiefer

So wie bei diesen beiden Familien, entwickelte es sich während der vergangenen 25 Jahre auch bei vielen anderen Familien. Freundschaften zwischen Deutschland und Frankreich – zwischen Gommern und Saint Jean de la Ruelle –entstanden und vertieften sich über die Jahre.

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Am Donnerstag konnten so wieder zwölf Franzosen in Gommern begrüßt werden, die bei acht Gastfamilien untergebracht waren. Nach einer strapaziösen 19-stündigen Busfahrt klang der Nachmittag in Ruhe bei den Gastfamilien aus, was den französischen Gästen Zeit zur Erholung gab.

Gemeinsamer Ausflug nach Königslutter

Der Freitag stand im Zeichen einen gemeinsamen Ausfluges in Gommerns Partnerstadt Königslutter. „Es war ein von mir schon sehr lang gehegter Wunsch – alle drei Partnerstädte zusammenzuführen“, sagt Jens Hünerbein. Und in diesem Jahr hat es geklappt.

Königslutters Bürgermeister Alexander Hoppe begrüßte höchstpersönlich die Gäste aus Gommern und Saint Jean de la Ruelle. Nach ein paar Grußworten erfuhren die Gäste anhand eines Filmes, dass Königslutter die Heimatstadt des Duckstein-Bieres ist. Für viel Staunen und Unterhaltung sorgten die anschließende Bierverkostung, Stadtführung samt Dombesichtigung und der Besuch des MMM, dem Museum Mechanischer Musikinstrumente.

Touren überallhin

Den Sonnabend gestalteten die gastgebenden Familien für ihre Gäste frei. Es wurden die verschiedensten Touren und Ausflüge unternommen. Manche zog es zur Altstadtführung nach Quedlinburg, andere nach Dessau zum Bauhausjubiläum oder aber auch nach Hasselfelde zur Westernstadt „Pullman City“.

Traditionell wurde der Sonnabendabend mit einem Empfang und Barbecue im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Gommern ausgerichtet. Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein und auch die angereiste stellvertretende Bürgermeisterin von Saint Jean de la Ruelle, Françoise Bureau, hoben in ihren Grußworten hervor, wie wichtig die grenzüberschreitenden Freundschaften zwischen zwei Nationen in der heutigen Zeit sind.

Gelungener Abschluss

Letzter Höhepunkt des Städteaustausches war am Sonntag Vormittag die Besichtigung des Gutshauses Pöthen. Alexander Donato-Picker führte durch die Räumlichkeiten, ging auf die Geschichte des Hauses ein und bot manch Anekdote dar. Anschließend konnte auf der Terrasse des Anwesens Glühwein, Kartoffelsuppe und manche Leckerei zu Gesang von Francesca Donato genossen werden. Ein gelungener Abschluss des diesjährigen Städteaustausches.

Renate Götzke, zweite Vorsitzende des Gommeraner Städtepartnerschaftsvereins, zeigte sich sichtlich zufrieden. „Wir haben viel positive Resonanz von den Gästen erhalten und freuen uns schon auf den Gegenbesuch im nächsten Jahr.“ Die Planungen dafür haben bereits begonnen.