Zusammenarbeit

Stendal und Jerichower Land haben eine Vereinbarung für interkommunale Zusammenarbeit

Manchmal braucht man ein bisschen Hilfe von Freunden: Das wussten schon die Beatles und eine Vereinbarung für gegenseitige Unterstützung gibt es nun auch zwischen den Landkreises Stendal und Jerichower Land.

Von Nicole Grandt
Die Landräte Partick Puhlmann und Steffen Burchhardt (von links) unterzeichnen die Vereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit.
Die Landräte Partick Puhlmann und Steffen Burchhardt (von links) unterzeichnen die Vereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit. Foto: Nicole Grandt

Burg - Landkreisverwaltungen müssen viele Aufgaben erfüllen. Aber manchmal wird es personell ziemlich eng. Neulich erst passiert in der Kfz-Zulassungsstelle. „Wir haben dort zehn Mitarbeiter, acht brauchen wir, um den Betrieb am Laufen zu halten und dann standen wir vor der Situation, dass nur zwei Mitarbeiter zur Verfügung standen“, fasst Landrat Steffen Burchhardt (SPD) zusammen. Auf eine Zulassung musste lange gewartet werden. „Natürlich wurden die Leute langsam sauer und ungeduldig“, erinnert er sich. Hilfe kam aus Stendal. Zwei Mitarbeiter der dortigen Zulassungsstelle kamen für ein paar Wochen nach Burg, um die Kollegen vor Ort zu unterstützen. „Ich bin Patrick Puhlmann sehr dankbar, dass wir da eine Brücke bauen konnten in einer Situation, in der wir uns selbst kaum noch helfen konnten.“ Patrick Puhlmann, Landrat des Landkreises Stendal, besuchte Burchhardt in Burg, da sich die Landräte darauf geeinigt hatten, eine Vereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit zu unterzeichnen. Falls es beispielsweise in Stendal zu einer ähnlichen Notlage kommen sollte wie zuletzt in der Kfz-Zulassungsstelle in Burg, könnte der Landkreis Jerichower Land ebenfalls aushelfen.

Zusätzliche Aufgaben während Pandemie

Denn die personelle Situation in Landkreisverwaltungen ist nicht unkompliziert. „Manchmal passiert es, dass Abteilungen mehrere Kollegen verlieren, durch Krankheit, Ruhestand oder Kündigung und dann ist die Abteilung plötzlich kaum noch arbeitsfähig“, erklärt Burchhardt. Dies sei bei seinem Landkreis in letzter Zeit dreimal passiert. Die Corona-Pandemie hat die Situation nicht einfacher gemacht, wenn beispielsweise eine ganze Abteilung in Quarantäne geschickt werden muss. „Unsere Verwaltungen haben ja zusätzlich noch Aufgaben bekommen wie beispielsweise die Umsetzung von Impfzentren“, berichtet Puhlmann. „So eine Aufgabe hätte sonst viel länger gedauert, nun mussten wir die in wenigen Wochen umsetzen.“

Landräte tauschen sich jetzt regelmäßig aus

Die Pandemie hätte aber auch dazu geführt, dass die Landräte in Sachsen-Anhalt intensiver zusammenarbeiten. „Normalerweise treffen sich die Landräte im Jahr fünf Mal, um Angelegenheiten zu besprechen, nun tauschen wir uns ständig in einer WhatsApp-Gruppe aus“, erklärt Burchhardt. „Auf die Weise können wir schnell und flexibel reagieren.“