Möckern l Sollte der Stadtrat dem nun vorliegenden Satzungsentwurf zustimmen, dann kostet ein auf 30 Jahre angelegtes Reihengrab nicht mehr 510 Euro, sondern 814 Euro. In einer Reihengrabgemeinschaftsanlage würden statt bisher 852 Euro bald 1412 Euro anfallen. Etwas preiswerter als bisher würde dagegen ein Grab in einer Urnengemeinschaftsanlage werden. Statt 768 Euro würden es künftig 728 Euro sein.

Wann die neue Gebührensatzung in Reinform ist und nach Abstimmung in den Ausschüssen und Ortschaften beschlossen werden kann, ist noch offen. Eigentlich sollte die Neufassung der Friedhofsgebührensatzung ja schon im Oktober 2018 beraten und beschlossen werden. Aber wegen der im Jahr 2019 anstehenden Kommunalwahlen hatten die Mitglieder der zuständigen Gremien die unliebsamen Entscheidungen lieber vertagt.

Letzte Anpassung liegt sechs Jahre zurück

Laut Landesgesetz muss die Kommune zur Deckung der Friedhofskosten Benutzergebühren erheben. Diese sind nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zu ermitteln, wobei der Kalkulationszeitraum drei Jahre nicht überschreiten soll. Die letzte Nachkalkulation für die Möckeraner Friedhofsgebühren stammt aus dem Jahr 2013 und wurde 2014 gültig. Insofern ist eine Neukalkulation erforderlich.

Nun ist es Angelegenheit der 2019 neu- oder wiedergewählten Ratsleute, unliebsame Entscheidungen zu treffen. Denn klar ist: die Friedhöfe der Stadt Möckern arbeiten nicht kostendeckend. Mit den Gebührensätzen der derzeit gültigen Friedhofsgebührensatzung wurden im Zeitraum 2014 bis 2017 regelmäßig Kostendeckungen von 63 Prozent erreicht, teilt die Stadtverwaltung mit. „Hierbei wurden allerdings weder Personalkosten der Verwaltung noch kalkulatorische Kosten wie Abschreibungen, Verzinsung oder Anlagevermögen berücksichtigt“, heißt es im Sachbericht der Stadt.

In der nun als Entwurf vorliegenden Neukalkulation seien diese Kosten erstmals eingeflossen. Man erwartet nun einen Deckungsgrad von etwa 72 Prozent. Allerdings diente als Grundlage der Kalkulationszeitraum 2019 bis 2021. Dabei wurde mit Erfahrungswerten der Jahre 2015 bis 2018 gerechnet. Bei dieser Kalkulation ging die Stadtverwaltung noch von durchschnittlichen Gesamtkosten in Höhe von fast 220.000 Euro aus.

Aufgrund der verstrichenen Zeit sei es möglich, die Kalkulation erneut zu überarbeiten. Wegen gestiegener Kosten von Material, Kraftstoffen und Tariferhöhungen sei von einer Kostensteigerung auszugehen, so die Verwaltung.

Jedoch würde eine erneute Kalkulation Verwaltungspersonal und Zeit in Anspruch nehmen. Die Ausschüsse und letztlich der Stadtrat werden entscheiden müssen, inwieweit vor diesem Hintergrund eine Neukalkulation erfolgen soll und welcher Grad der Kostendeckung erreicht werden soll.

Keine Ortschaft pflegt Friedhof selbst

Noch etwas dürfte sich ändern. Weil einzelne Ortschaften zuvor erklärt hatten, die Pflege und Unterhaltung der kommunalen Friedhöfe eigenständig wahrzunehmen, war in der derzeit geltenden Friedhofsgebührensatzung eine Trennung der Gebühren in Pflegegebühr und Überlassungsgebühr vorgenommen worden.

Dazu stellt die Stadtverwaltung rückblickend fest: „Keine Ortschaft hat diese Absicht in die Praxis umgesetzt.“ Daher soll nun auf die Trennung der Gebühren in Pflegegebühr und Überlassungsgebühr verzichtet werden. In der Möckeraner Stadtverwaltung geht man davon aus, dass dies auch den Verwaltungsaufwand reduzieren werde.