Naturschutz

Storchenhorst nach Kur für Nesthäkchen wieder komplett

Beringung der ersten Jungvögel auf zwei Horsten in Loburg erfolgt mit Hilfe der Feuerwehr.

Von Stephen Zechendorf
Mit der Drehleiter der Feuerwehr Möckern gelangt Michael Kaatz zu den Jungstörchen auf dem Wiesenhorst in Loburg. Foto: S. Zechendorf

Loburg - In Loburg sind am Mittwochnachmittag die ersten Storchenjungen des Jahres beringt worden. Mit Hilfe der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Möckern gelangte der Storchenhof-Geschäftsführer Michael Kaatz in luftige Höhe zu dem Horst am Münchentor sowie dem Wiesenhorst auf dem Gelände der Vogelschutzwarte.

Drei etwa vier Wochen alte Jungvögel kuschelten sich bis Mittwoch in dem Nest auf der Storchenhofwiese. Nun sind es vier Jungstörche. Denn Michael Kaatz setzte ein viertes Tier wieder zurück ins Nest. Es war reichlich geschwächt zu Himmelfahrt aus dem Nest geholt und auf dem Storchenhof von den Mitarbeitern aufgepäppelt worden.

Inzwischen hat es an Gewicht zugelegt und konnte nun wieder zu seinen Geschwistern.

Spannend war der Moment, als die Eltern wieder auf dem Horst landeten. Es sei möglich, dass der neu hinzugekommene Jungvogel die Alttiere zu vertreiben versucht, schließlich hatte er in den zurückliegenden Wochen andere Lebewesen als seine Ernährer anerkannt. „Im Extremfall wenden sich die genervten Elterntiere dann von der gesamten Brut ab“, so Michael Kaatz. Doch die Sorge war unbegründet: „Alles friedlich auf dem Wiesenhorst“, so lautete die gute Nachricht am Mittwochabend.

Wenig aufregend verlief die Beringung des Nachwuchses am Horst am Münchentor. Die drei Jungvögel ließen die schmerzlose Prozedur ruhig über sich ergehen.

Die Altvögel in den beiden Horsten sind sogenannte Westzieher, sie kommen früher aus ihren Winterquartieren zurück und können daher schneller mit dem Brutgeschehen beginnen. Im Brutkasten des Storchenhofes liegen dagegen noch einige Storcheneier, die erst noch ihr flaumiges Innenleben freigeben werden.

In Loburg sind dieses Jahr nur drei der fünf Horste besetzt. Die Nester in der Kirchworthstraße und an der Gärtnerei sind unbesetzt.

Der Storchenhof in der Chausseestraße empfängt nach langem Lockdown inzwischen wieder Besucher im Außenbereich.

Wenn das mal keine nette Begrüßung für das verloren geglaubte Geschwisterchen ist.
Foto: Michael Kaatz