Burg l Drei Hände setzten am Freitag ein Stück Familien- und Produktionsgeschichte fort: Als Kay-Ebe und Marion Schnoor gemeinsam mit Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) auf den roten Knopf drückten, nahm eine Maschine ihre Arbeit auf, die es zwischen Rügen und den Alpen bislang nicht gab. Mit einem Investitionsvolumen von vier Millionen Euro ist es in den vergangenen Monaten gelungen, eine vollautomatische Binderpress-Straße zu installieren. Knapp 962.000 Euro steuerten Bund und Land als Fördermittel bei.

Vollautomatische Fertigung

Schnoor setzt auf diese Weise einen technologischen Meilenstein. In Burg können nun komplette Gebinde für Dachkonstruktionen vollautomatisch gefertigt werden. Die Binder durchlaufen dabei eine Taktstraße, die 100 Meter lang und 16 Meter breit ist. Mit Hilfe eines so genannten optoelektronischen Verfahrens identifizieren Kameras die Lage und Geometrie beliebiger Binderquerschnitte. Das System ist dabei in der Lage, die Nagelplatten automatisiert an den gewünschten Knotenpunkten einzupressen. „Diese Investition ist der beste Beweis, dass auch in Sachsen-Anhalt Innovationen auf den Weg gebracht und Arbeitsplätze gesichert werden“, sagte Willingmann. „Darauf kann die Stadt stolz sein.“

Kontinuierlich investiert

Das unterstrichen auch Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) und der Parlamentarische Staatssekretär der CDU-Landtagsfraktion, Markus Kurze. Rehbaum erinnerte nicht von ungefähr an die „Aufbaujahre“ nach der politischen Wende. „Schließlich war es die Firma Schnoor, die sich 1991 nach der Ausweisung des Industrieparkes als erstes Unternehmen hier angesiedelt und seitdem kontinuierlich investiert hat“, betonte der Stadtchef. „Einer muss der Pionier sein.“

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Damit die Firma und ihre Mitarbeiter auch künftig den richtigen Kurs einschlagen können, erteilte der Pfarrer der katholischen Johannes-Gemeinde, Jörg Barke, den Segen. Und weil bei Holzbau Schnoor Christen, Muslime und auch Zeugen Jehovas tätig sind, gab das Inhaber-Ehepaar der Politik mit auf den Weg, alles für ein freies und liberales Deutschland zu tun.

6000 Konstruktionen pro Jahr

Die Firma fertigt pro Jahr rund 6000 individuelle Dachkonstruktionen. Kunden sind Zimmerer und Dachdecker, aber auch Bauträger, Wohnungsbauunternehmen und Baufirmen. Als Spezialist für Wand-, Dach- und Deckenelemente in Holztafelbauweise ist die Firma zudem ein Partner von Fertighausherstellern, Bauträgern und Kunden aus dem Handwerk. Das 1958 gegründete Familienunternehmen produziert in Burg auf einer Gesamtfläche von 85.000 Quadratmetern. Ein weiterer Standort ist Husum in Schleswig-Holstein.