Dornburg l Innerhalb von einer halben Stunde löste das schwerste Gewitter, das man sich vorstellen kann, den strahlend blauen Himmel über dem Vaal-River (Fluß) ab. Sturm, Blitz und Donner und Hagelkörner so groß wie Taubeneier gingen auf die etwa 50 Angler aus China, Holland, Kuwait, Rumänien, Dänemark oder den USA hernieder. Die Männer suchten unter Bäumen und Tischen Unterschlupf. Glücklich war, wer ein Fahrzeug zur Verfügung hatte. Team für Team stieg aus dem Wettbewerb aus. „Wir haben nie ans Aufgeben gedacht“, sagte Ekkehard Wrubel, Gastwirt des „Schlosskruges“ in Dornburg. Gemeinsam mit Jörg Woltersdorf, Chefarzt an der Helios Fachklinik in Vogelsang, gehörte er zu den wenigen Teilnehmern, die während des gut fünfstündigen Wettbewerbs tatsächlich einen Fisch fingen. „Das hat gut eine halbe Stunde gebraucht, bis der Fisch an Land war. Das war recht anspruchsvoll“, erinnerte sich Jörg Woltersdorf.

Die Barbel-Fische (verwandt mit dem europäischen Wels) des Gommeraner und des Dornburgers brachten beide 11,5 Pfund auf die Waage. Also teilten sie sich den ersten Platz des Angelturniers am Vortag des Rennens und gaben gemeinsam unter anderem für das chinesische Fernsehen ein Interview.

Mit in Südafrika war auch Axel Wolf aus Dornburg, der gemeinsam mit seiner Schlagpartnerin Hannelore Platte den Tauberich Fritzi für das große Rennen in Südafrika angemeldet hatte. Fritzi wurde von der Schlaggemeinschaft Platte/Wolf und dem Loburger Erhard Bich gezüchtet.

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Konstanter Fritzi

„Fritzi hatte schon die gesamte Saison von November bis Februar sein Leistungsvermögen unter Beweis gestellt“, berichtete Axel Wolf. „Da waren wir schon mehr als zufrieden gewesen.“ Die Teilname am 22. South African Million Dollar Pigeon Race at Heron Banks Golf und River Estate war da noch eine Zugabe.

Die 520 Kilometer des Millionen-Rennens bewältigte Fritzi in zehn Stunden, 34 Minuten und 48 Sekunden. Zum Vergleich: Die Siegertaube „Mix“ aus Südafrika erreichte das Ziel nach acht Stunden und 16 Minuten. Aufgelassen wurden die Tauben von Züchtern aus aller Welt im Beisein einer internationalen Kommission aus Notaren und ausgelosten Züchtern.

„Wir waren froh, dass beim letzten Flug sehr gute Bedingungen herrschten“, sagte Axel Wolf. Als 24. Taube traf Fritzi ein. Gemeinsam mit Ekkehard Wrubel, Jörg Woltersdorf und vielen anderen Züchtern verfolgte er die Ankunft der Tauben auf großen Bildschirmen.

Seine guten Ergebnisse auf den 18 Wertungsflügen während der Saison und Platz 24 beim Million Dollar Race brachten Fritzi den 3. Platz im Gesamtklassement ein. Da das Million Dollar Race auch als inoffizielle Weltmeisterschaft im Taubensport gilt, ist Fritzi also die drittschnellste Taube der Welt. Und machte seine Züchter und Schlaggemeinschaft entsprechend stolz. „Der dritte Platz bei insgesamt 4247 Tauben, die in der Saison geflogen sind“, betonte Axel Wolf. Beim Million Dollar Race hatte eine seiner Tauben mit dem vierten Platz beim Hauptrennen schon einmal eine bessere Platzierung, aber eben nicht in der Gesamtwertung.

Dritter von 4247

Auch wenn eine südafrikanische Taube das Million Dollar Race gewonnen hat, haben die einheimischen Tiere keine Vorteile vor denen, die in Europa oder in den USA gezüchtet wurden. Die Gesamtwertung entschied eine Taube aus Holland für sich.

Zurück nach Dornburg geht es für Fritzi nicht. Es ist üblich, dass die Tiere versteigert werden. Welchen Preis der beste deutsche Tauberich in der Gesamtwertung erzielte, blieb ein Geheimnis. Der Gewinner aus Südafrika war nach einem Bieterkrieg seinem neuen Besitzer 94.000 US-Dollar wert. Die Hälfte geht an den Vorbesitzer, die andere Hälfte an den Veranstalter des Million Dollar Races. Der Termin für die 23. Auflage des berühmten Wettbewerbs steht mit dem 2. Februar 2019 schon fest. Für Axel Wolf, Jörg Woltersdorf und Ekkehard Wrubel hat die Reiseplanung ebenfalls schon begonnen. Wer teilnehmen möchte, muss sich schließlich bis Ende Juni anmelden. Und die Tauben müssen rechtzeitig verschifft werden.

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