Burg/Schartau l Astrid Finger, die Leiterin des Burger Tierheims, hat schon etliche Hilfsaktionen miterlebt und die leuchtenden Augen vieler Spender gesehen – die Unterstützung für die 19 Beagle, die jetzt wegen ihrer erbärmlichen Haltung betreut und auch erzogen werden, ist für die engagierte Tierschützerin eine ganze neue Erfahrung und Dimension. „Wir sind dankbar und zufrieden, dass das Schicksal dieser Hunde und auch der zwei Herdenschutzhunde nicht zur Gleichgültigkeit führt“, sagt sie.

Im Gegenteil: Kaum dass die Vierbeiner ihre Boxen bezogen hatten, in der Volksstimme und den sozialen Medien darüber berichtet wurde, klingelte das Telefon heiß, liefen unzählige Mails und Nachrichten ein von Menschen, die Spenden ankündigten oder mit Futter helfen wollten. Denn das ist dringend nötig, weil das Tierheim alle Kosten, auch die für den Tierarzt, der die geschundenen Seelen unter die Lupe nahm, selber schultern muss. „Da zählt jeder Euro“, versichert Finger. Und einen nicht unwesentlichen Beitrag dafür haben jetzt Beagle-Freunde, die europaweit in den Spielplatz-Vereinen zusammengeschlossen sind, geleistet. Ganze 6.500 Euro sind nach einem Hilfeaufruf zusammengekommen – von 186 Spendern aus Deutschland, Österreich und Belgien. Außerdem zwei Säcke voller Hundedecken und zwei prall gefüllte Körbe mit Hundeleinen und -geschirr sowie diverses Spielzeug. „Das ist Wahnsinn. Damit haben wir ehrlich gesagt nicht gerechnet“, versichert Frauke Wieland, die in Burg die Mitglieder zusammenhält und sich um einen intensiven Austausch untereinander kümmert.

Geld- und Futterspenden

Beim jüngsten Spieletreff am Wochenende verzichtete der Hundesportverein (HSV) Burg auf die sonst übliche Platzmiete, und darüber hinaus wurde der Erlös eines großen Kuchenbasars für die Beagle zur Verfügung gestellt. Und damit ist ganz sicher noch nicht Schluss, vermutet Wieland. „Es gehen sicher noch weitere Spenden ein, die wir dann weiterreichen. Natürlich wir sind froh, dass der Burger Hundesportverein mit uns an einem Strang zieht und auf seine Weise hilft.“ Hundefreunde müssten schließlich zusammenhalten, freut sich Finger.

Als wenn die quirligen Vierbeiner selbst merken würden, dass sich vieles um sie dreht, freuen sie sich zwischenzeitlich über jeden Besuch. Immerhin können sie jetzt die Welt genießen, lernen Bäume, Gras und andere Artgenossen weiter kennen. Zuvor bestimmten nur die Hauswände in Bergzow ihren lausigen Alltag. „Sie hausten nur in den Zimmern und waren nicht im Freien“, erklärt Finger. „Gehalten ausschließlich für die Züchtung.“ So kam ein Wurf nach dem anderen auf die Welt, die Welpen wurden dann im Internet zum Kauf angeboten. Damit ist jetzt Schluss. Die Tiere werden in Schartau soweit aufgepäppelt, dass sie später in liebevolle Hände übergeben werden können. „Zum Glück gibt es genügend Beagle-Freunde“, sagt Finger. Fünf Interessenten stehen bereits auf der Warteliste.

Wann die Beagle mit ihren neuen Besitzern ein besseres Leben genießen können, ist noch unklar. „Es müssen wirklich Halter sein, die dafür geeignet sind, die Zeit und das Einfühlungsvermögen haben“, sagt Astrid Finger. „Das sehen wir uns genau an.“

Beagle-Verein besonders engagiert

Eine weitere gute Nachricht erreichte die Burger Tierfreunde in den vergangenen Tagen. Auch der Tierschutzverein Genthin, der selbst alle Hände voll zu tun, will sich mit rund 600 Euro an einer Operation beteiligen, der sich eine Beagle-Hündin unterziehen muss. „Der Genthiner Verein ist nur ein kleiner. Dass er hilft, kann man nicht genug wertschätzen“, ist die Tierheim-Chefin dankbar.