Burg l „Das ist einfach nur gemein“, sagt Pia Schulz vom Burger Hunde- und Naturfreunde-Verein und meint damit eine Aktion, über die in Burg gerade viel diskutiert wird: Im Bürgerholz an der Forststraße sollen mit scharfen Metallteilen oder Gift präparierte Fleisch- oder Wurststücke gefunden worden sein. Ein Gebiet, das gern von Spaziergängern und Hundefreunden frequentiert wird.

„Es gab Hinweise auf Fleischstücke, diese waren aber weder versetzt mit Nägeln, Klingen oder pulverähnlichen Substanzen“, bestätigte Falko Grabowski, Pressesprecher des Polizeireviers Jerichower Land, auf Volksstimme-Anfrage. Es habe keine Meldungen zu geschädigten Hunden gegeben. Sollten Hundebesitzer Hinweise auf manipulierte Fleischstücke haben, sollten sie sich bei der Polizei unter 03921/92 00 melden.

Bisher keine Erklärung

Eine Erklärung, wie das Fleisch ins Bürgerholz gekommen ist, gibt es derzeit nicht. Möglicherweise hat jemand die Fleischstücke als Abfall auf dieser Weise entsorgen wollen. Eine andere Erklärung könnte sein, dass jemand bewusst mit der Angst der Hundebesitzer spielt, die an der Fundstelle regelmäßig mit ihren Tieren spazieren gehen. Auch die Polizei hält das für möglich. „Vielleicht sollen Hundebesitzer verunsichert werden“, erklärte Falko Grabowski.

Im Oktober 2013 hatte es in der Forststraße und im Goethepark schon einmal Anschlagsversuche auf Hunde gegeben. Unbekannte hatten Wurststücke mit scharfen Metallklingen präpariert und unter anderem auch auf dem Gelände des Hundesportvereins Burg verteilt. Ein Hund, der einen solchen Köder verschluckt hatte, konnte noch gerettet werden. Eine Ärztin holte die normalerweise tödliche Klinge aus dem Magen des Hundes. Ein Täter wurde nie gefasst.

Die Burger Hunde- und Naturfreunde haben ihr Domizil auf Gut Lüben an der Parchauer Chaussee. „Wir bieten längerem auch Giftköder-Trainingsstunden an“, erläutert Pia Schulz. Hundebesitzer müssten aber dranbleiben, möglichst auch zuhause weiterüben.

Training für Hunde

„Es dient auch zur Beruhigung der Nerven“, macht Pia Schulze deutlich, dass Hundebesitzer schon verunsichert und besorgt sind. Sie wollen ihre Lieblinge schützen. „Es ist schon schön, wenn der Hund es schafft, an einem Teller mit leckerem Fressen vorbeizugehen, ohne etwas zu nehmen“, sagt Pia Schulz. „Dann hat sich das Training gelohnt. Das macht auch stolz.“

Schwere Fälle von Tierquälerei gab es in den vergangenen Wochen wiederholt. Zweimal ging es dabei nicht um präparierte Köder, sondern um illegal ausgelegte und verbotene Tellereisen. Am 9. Januar war bei Ferchland eine belgische Schäferhündin beim Spaziergang mit ihrem Frauchen in die Falle geraten und schwer verletzt worden. Der Täter war noch am selben Tag ermittelt worden. Er muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen.

Anfang Februar hatten Spaziergänger auf einem Acker zwischen Neuenklitsche und Kleinwusterwitz ein illegales Tellereisen gefunden. Ein Fuchs war dort hineingeraten und kämpfte um sein Leben. Die Polizei ermittelt wegen Jagdwilderei und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.