Burg l In Belgien wurde sie erfunden und hat sich neben den Niederlanden auch bereits in einigen Regionen Deutschlands unter dem Begriff „Radeln nach Zahlen“ bewährt. Die Beschilderungsart, die bereits im Landkreis Stendal und Teilen des Jerichower Landes unter dem Begriff „Knotenpunktbezogene Wegweisung“ firmiert, soll nun auch in weiteren Teilen des Landkreises umgesetzt werden. Dafür stimmte der Kreistag in seiner Sitzung am Mittwochabend. Das touristische Netzwerk soll in den noch fehlenden Gemeinden – Burg, Gommern, Biederitz und Möckern – ausgebaut werden. Für die Koordinierung wird eine auf zwei Jahre befristete Stelle geschaffen, Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds vorausgesetzt.

Die Radwegeinfrastruktur hat einen hohen Stellenwert für den Landkreis, heißt es in der Beschlussvorlage, die vom Kreistag ohne Diskussion einstimmig angenommen wurde. Innerhalb der strategischen Ausrichtung der Kreisverwaltung seien die touristischen Kernthemen die Vermarktung der Radwege sowie die Vernetzung mit Angeboten der Region. Darüber hinaus verstehe sich die Kreisverwaltung als Wegbegleiter und überörtlicher Koordinator für alle Gemeinden, die Eigentümer der meisten Radwege sind.

Ausdehnung auf alle Kommunen

Die bereits vorrangig im nördlichen Landkreis, nämlich in den Gemeinden Genthin, Elbe-Parey und Jerichow, sowie in der Gemeinde Möser fortgeschrittene touristische Beschilderungskonzeption soll nach dem Willen aller Bürgermeister auf die übrigen Kommunen im Landkreis übertragen werden. „Klare Orientierung für alle Radfahrer kann nur durch eine einheitliche Wegweisung über das gesamte Kreisgebiet erreicht werden“, heißt es in der Vorlage weiter. Sowohl für die Konzeption als auch die Umsetzung würden alle Gemeinden über ihre Leader-Gruppen Fördermittel beantragen. In den Leader-Gruppen werden Projekte für den ländlichen Raum koordiniert, die mit europäischen Mitteln unterstützt werden.

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Um die Ausweitung des Netzes umzusetzen, wird nach Einschätzung des Leader-Managements ein Koordinator gebraucht, der alle notwendigen Schritte des aufwendigen Verfahrens begleitet. Der Landkreis beabsichtigt den Gemeinden durch Übernahme der Koordination zu helfen, hat dafür aktuell aber nicht ausreichend Personal.

Nachbargemeinden werden eingebunden

Deshalb soll in der Landkreisverwaltung eigens eine Personalstelle zur Koordinierung und zum weiteren Ausbau des touristischen Netzwerkes „Knotenpunktbezogene Wegweisung“ geschaffen werden. Für die Finanzierung dieser Personalstelle soll eine Förderung über die Richtlinie Leader und CLLD beantragt werden. Damit werden Mitarbeiter, die einen Hochschulabschluss haben und höherwertige Tätigkeiten mit einem Satz von 24 Euro pro Stunde ausüben, gefördert.

„Mit dieser Personalstelle ist eine professionelle Umsetzung des geplanten neuen touristischen Leitsystems im Radverkehr geplant, der Landkreis kann gezielt Aktivitäten bündeln und koordinieren“, wird es in der Beschlussvorlage zusammengefasst. In den Prozess werden alle Gemeinden im Landkreis Jerichower Land und angrenzende Kommunen in Sachsen-Anhalt sowie im Land Brandenburg eingebunden.