Reuden l Am Ende sind es 36 große Bleche, die den Dorfbackofen in Reuden verlassen. In langen Schlangen stehen die Menschen vor dem Kuchenstand am Bürgerhaus. Wenn in anderen Gemeinden das Erntedankfest gefeiert wird, heizen die Reudener ihren Backofen an und backen für die Gemeinschaft. Noch 13 Mitglieder hat der Traditionsclub. Zum Backofenfest wird jede Hand benötigt, sagen die Mitglieder. Schon Wochen vorher beginnt die Vorbereitung für den Backofentag. Dann ziehen der Verein durch den nahen Wald und sammelt fleißig Reisig. Das Brennmaterial wird für den noch jungen Dorfbackofen benötigt. Immer nach dem gleichen Prinzip funktionieren die Dorfbacköfen in der Region. Zunächst sorgt Feuer im Backraum dafür, dass sich die Steine mit der Wärme aufladen. Erst kurz vor dem Backen wird die Glut aus dem Garraum gefegt. Anschließend schiebt Bernd Lorenz bis zu vier Bleche gleichzeitig in den Backraum. Bei gut 300 Grad Celsius bleiben die Bleche eine gute halbe Stunde in der Hitze. Den Kirschkuchen sowie den Streuselkuchen haben die Frauen und Männer schon vorgebacken. Nur die Bleche mit dem Speckkuchen werden frisch zubereitet. „Der muss noch warm sein, wenn er gegessen wird“, sagt Doris Faatz. Nur frisch schmecke der Speckkuchen am besten, ist sie überzeugt.

Kiloweise Teig

Kiloweise Hefeteig haben die Frauen mit Hilfe einer professionellen Teigmaschine im Bürgerhaus vorbereitet. Nachdem der Teig in der Schüssel gegangen ist, wird er mit der Hand auf die Bleche verteilt und anschließend mit großen Nudelhölzern ausgerollt. Dann muss der Teig, dessen Triebmittel Hefe ist, noch einmal ruhen und sich entwickeln. Erst kurz vor dem Backen kommen Speck, Zwiebeln und Eier auf den Boden.

Gut 60 Kilogramm Mehl werden die Frauen beim Backofenfest verarbeitet haben. „Mal sehen, ob nachher auch Besucher kommen“, scherzt Doris Faatz. Die Sorge ist unbegründet. Pünktlich zur Eröffnung füllt sich der Festplatz vor dem Bürgerhaus. Viele Besucher kommen jedes Jahr und holen sich dort den frischen Kuchen und genießen das Rahmenprogramm. Selbst aus dem Nachbarkreis gibt es jedesmal viele Besucher.

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