Königsborn l Für den Bau der Ortsumgehung Wahlitz-Menz-Königsborn-Heyrothsberge (B184n) gibt es einen gesetzlichen Planungsauftrag, denn sie ist ein Vorhaben des „vordringlichen Bedarfs für die Bundesfernstraßen“. Das hat der Leiter des zuständigen Regionalbereiches Mitte der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Stefan Hörold, betont.

In einem Schreiben an Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) hatte die Bürgerinitiative „Ortsumgehungsfrei“ aus Königsborn die Sinnhaftigkeit des Vorhabens in Frage gestellt. Es erschließe sich grundsätzlich der Sinn der geplanten Ortsumgehung nicht. „Die Planung sieht eine zwei- bis dreispurige Straße vor, die in Heyrothsberge mündet, wo die B1 aus Gerwisch und die B184n aufeinander treffen. Was ändert sich dadurch zur derzeitigen Situation?“, fragt die Gründerin der Bürgerinitiative gegen eine Teilung Königsborns, Anita Hildebrandt. Aus ihrer Sicht würden die Anwohner aus Wahlitz, Menz und Königsborn die neue Ortsumgehung aufgrund eines nicht vorhandenen Vorteils nicht nutzen. Warum also solle dann die neue Straße entstehen?

Entlastung Anwohner von Durchgangsverkehr

„Zu den Zielen der Ortsumgehung gehören die Schaffung eines zusammenhängenden, leistungsfähigen Straßennetzes und die Entlastung der Anwohner von Durchgangsverkehr“, sagt Hörold. Ein weiteres wesentliches Ziel sei die Beseitigung des Bahnüberganges auf der Bundesstraße 1, nördlich von Heyrothsberge.

In die einzelnen Planungsphasen einer solchen Ortsumgehung fließen laut Hörold stets aktuelle Erkenntnisse und Kosten-Nutzen-Abschätzung ein. Die Sinnhaftigkeit werde auf diese Weise regelmäßig überprüft.

Informationstermin für Bürger

Zur Zeit würden im Zuge umfangreicher Analysen für die Bundesstraße 184n „konfliktarme Korridore und alle möglichen Trassenvarianten der Ortsumgehung“ entwickelt, so Hörold. Er betonte erneut, dass ein Verlauf zwischen den beiden Ortsteilen von Königsborn zwar als Variante zur Anmeldung für den Bundesverkehrswegeplan diente. Eine Vorfestlegung auf diese Variante gebe es aber nicht. Die Planung erfolge derzeit „nach objektiven Kriterien und ergebnisoffen“.

Für den 2. April kündigte der Regionalbereichsleiter einen erneuten Informationstermin für die Bürger an. Ab 18 Uhr will die Landesstraßenbaubehörde im Volkshaus in Gommern, Fuchsbergstraße 5, die Ergebnisse der bisherigen Analysen und die verschiedenen, in Erwägung gezogenen Verläufe der neuen Bundesstraße vorstellen. Der erste Planungsschritt – Ermittlung und Bewertung aller möglichen Trassenvarianten – sei dann abgeschlossen.

Bürgerinitiative kündigt Kundgebungen an

In einem zweiten Planungsschritt würden die unterschiedlichen Varianten der neuen Ortsumgehung dann verglichen werden. Dazu würden weitere Untersuchungen stattfinden und Gutachten erstellt, sagt Hörold. In den Vergleich der verschiedenen Varianten fließen nach seinen Angaben auch die Informationen aus öffentlichen Terminen und die Rückmeldungen der Bürger mit ein.

Die Auswahl einer Vorzugsvariante für die Ortsumgehung erfolge frühestens Anfang 2021. Diese Vorzugsvariante muss dann mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt werden.

Katastrophale Ampelschaltung

In ihrem Schreiben an den Verkehrsminister hatte die Königsborner Bürgerinitiative „Ortsumgehungsfrei“ die Ampelschaltung am Bahnübergang in Königsborn als „katastrophal“ bezeichnet und vorgeschlagen, sie zu optimieren sowie auch die Abbiegespur zu verlängern. Für Königsborn wäre dann eine Ortsumgehung erlässlich, wenn diese beiden Dinge umgesetzt würden.

Dazu sagte Stefan Hörold: „Nach dem Ende des Bahnumleitungsverkehrs für die im Bau befindliche Strecke Magdeburg – Halle wird es eine Überprüfung der Ampelschaltung geben.“ Auch die Verlängerung der Abbiegespuren sei eine durchaus denkbare Variante. Beides sei jedoch davon abhängig, ob dafür auch Haushaltsmittel zur Verfügung stehen werden.

400 Unterschriften gegen Ortsumgehung

Die Bürgerinitiative gegen die Ortsumgehung B184n sammelt derweil weiter Unterschriften. Mehr als 400 sind dabei zusammen gekommen. Darüber hat die Bürgerinitiative bereits mehrere Kundgebungen der Gegner dieser Ortsumgehung angekündigt.