Burg/Blumenthal l  Die Gebäude und das zehn Hektar große Areal in Blumenthal sind ohne Förderungen nicht mehr zu halten. Die Verbandsarbeit soll aber weitergeführt werden.  Trotz der wohltuenden Wintersonne liegt ein Schatten über Blumenthal. Hier, wo der Naturschutzbund (Nabu) seit Anfang der 90er Jahre seinen Sitz hat und für Leben sorgte, wird es bald still und einsam – ohne Feste oder Aktionen mit Hunderten von Leuten. „Ab April ist leider Schluss“, sagt Vereinsvorsitzender Klaus-Dieter Krüger. Das Objekt ist zum 31. März gekündigt und geht wieder über in die Hände einer ortsansässigen Familie.

Keine leichte Entscheidung

Krüger und seine Frau Gudrun sitzen über einem Berg von Akten mit Zahlen mit Rechnungen. Der Vorstand des Regionalverbandes habe es sich nicht leicht gemacht, versichern beide. „Aber das Gelände ist mit dem finanziellen Rahmen, der uns zur Verfügung steht, nicht mehr haltbar. Wir müssen auch deshalb die Reißleine ziehen, weil Investitionen in die Gebäude, Anlagen und Gehege notwendig wären“, erklärt der Vorsitzende. Seit langem schon sei es „eine Herkulesarbeit“, die monatlichen Belastungen in Höhe von etwa 2500 Euro aufzubringen. Hinzu komme, dass im vergangenen Jahr etwa 30 Prozent weniger Einnahmen erwirtschaftet wurden. „Wir haben zwar den Gürtel immer enger geschnallt, aber es geht nicht weiter.“

Keine Zuschüsse mehr

Auf finanziellen Zuschuss könne der Verband schon lange nicht mehr hoffen. Seit 2006, als es im Regionalverband zum großen Zerwürfnis und personellem Neuanfang kam, seien auch die Maßnahmen über den zweiten Arbeitsmarkt drastisch zurückgefahren worden. Zuschüsse von Kreis und Stadt gebe es trotz aller Versuche nicht, „weil wir nicht in das jeweilige Förderraster passen“, sagt Krüger. Um trotzdem Einnahmen zu erzielen, habe man intensiv auf Ferienaktionen oder auch einige Feste gesetzt. „Das war wichtig, kam bei den Leuten auch außerhalb des Landkreises immer sehr gut an, aber reichte unterm Strich nicht“, so Krüger.

Jetzt ist das Ehepaar, das das Objekt viele Jahre ehrenamtlich geführt hat, mit der Abwicklung beschäftigt. „Schweren Herzens und manchmal mit Tränen.“ Ein Großteil der rund 150 Tiere, darunter Ziegen, Schweine oder Kaninchen, hat schon eine neue Unterkunft gefunden.

Tiere gehen auf Reisen

In wenigen Tagen werden auch die letzten Vierbeiner das Gelände verlassen und auf Reisen gehen, teilweise bis nach Thüringen. Dann wird das Inventar geordnet.

Der Verband blicke mit seinen rund 170 Mitgliedern trotzdem nach vorn. So solle es auch künftig thematische Aktionen, Wanderungen oder enge Kooperationen mit Schulen geben – „nur nicht mehr in Verbindung mit Blumenthal“. Auch für ein neues, überschaubares Objekt sei man offen.

Die Stadtverwaltung bedauerte gestern auf Nachfrage den Nabu-Schritt. „Es ist schade, dass sich der Verband dazu entschließen muss. Immerhin haben dort viele Veranstaltungen stattgefunden, die ein Anziehungspunkt waren“, erinnerte Pressesprecher Bernhard Ruth.