Burg/Leitzkau l "Friederike" war schlimm - aber nichts im Vergleich zu "Paul": Die Stürme der vergangenen eineinhalb Jahre haben den Waldbesitzern im Jerichower Land schwer zugesetzt. "Die größten Schäden konzentrieren sich im Forstrevier Leitzkau", erklärt Detlef Radtke. Er ist seit 2006 Leiter des Betreuungsforstamt Nedlitz, sein Gebiet umfasst 45.000 Hektar Wald, hauptsächlich im Bereich des Landkreises Jerichower Land.

Der Schwerpunkt nach den Stürmen habe zunächst auf der Abarbeitung des Schadholzes gelegen, so der 59-Jährige. Sehr zum Leidwesen der Waldbesitzer. Denn durch die Sturmschäden sind auf dem Markt plötzlich große Mengen an Holz verfügbar gewesen - die Folge: ein rapider Rückgang der Holzpreise.

Fördermittel nur bedingt tauglich

Für Waldbesitzer wie Gerhard Achilles kann das die eigene Existenz bedrohen. Die Stürme bedeuten für den Herrn über 80 Hektar Wald etwa 100.000 Euro Schaden. "Seit Juni 2017 haben wir rund 70.000 Festmeter an Holzmasse beräumt. Normalerweise bewegt sich das in einem Rahmen von 4000 bis 8000 Festmetern", so der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Leitzkau.

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Zwar biete das Land Förderprogramme, diese sind jedoch nur bedingt tauglich. "Um diese Mittel zu erhalten, müssen sich die Waldbesitzer verpflichten, Mischwald anzubauen", erklärt Revierförster Dietmar Schleth. Das sei aber je nach Region nur bedingt sinnvoll. In den betroffenen Gebieten um Hobeck und Gommern sei beispielsweise der Boden schwächer, eine reine Nadelholzaufforstung also sinnvoller, weil Bäume wie die Kiefer einfach weniger Nährstoffe brauchen. Um Fördermittel zu bekommen, muss auf der dafür vorgesehenen Flache der Laubholzanteil jedoch mindestens 30 Prozent betragen, so Schleth.

Deshalb fordern die Waldbesitzer im Jerichower Land eine standortabhängige Förderung vom Land. Für eine Aufforstung der Gebiete muss jedoch die Holzmasse dringend beräumt werden. "Sonst kann sich hier der Borkenkäfer einnisten", sagt Gerhard Achilles. Dieser hatte im trockenen Sommer zu teilweise großen Schäden bei den Waldbesitzern geführt.

"Inselartige" Schäden

Ähnlich ist die Situation auch im Revier der von Arnim'schen Forstverwaltung mit 1200 Hektar Wald zwischen den Ortschaften Gladau und Krüssau. "Allein in 2017 waren wir größtenteils mit der Aufarbeitung von Sturmholz beschäftigt", erklärt Besitzer Allard von Arnim. Neben "Friederike" habe vor allem Sturm "Xavier" dem Wald zugesetzt. "Wir hatten einen Schaden von etwa 2500 Festmeter", erklärt Revierförster Michael Röhrig.

Dabei habe es sich nicht um die klassischen Windwürfe gehandelt, also eine große Fläche vom Wind verwehter Bäume, sondern um Nesterwürfe. "Dabei fallen zwischen fünf und zehn Bäume um und reißen Lücken in den Forst", erzählt der 43-Jährige. Diese seien nicht nur schwer zu beräumen, sondern bieten dem Wind dadurch weitere Eingriffsfläche.

Vor allem Kiefern betroffen

Ganze Arbeit haben "Friederike" und die weiteren zwei Stürme auch im knapp 1000 Hektar großen Stadtwald bei Burg angerichtet. Der ursprüngliche Bewirtschaftungsplan wurde über den Haufen geworfen. Die vorgesehenen Einnahmen in Höhe von rund 80.000 Euro aus dem Holzeinschlag seien vollständig mit der Aufarbeitung der Sturmschäden erzielt worden. In der Summe betrifft dies rund 2000 Festmeter, so Wieland Günther, zuständiger Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Für das beauftragte Forstunternehmen sind die Arbeiten handwerklich nicht immer einfach, "weil sich die Schäden inselartig entstanden sind". So müsse der Harvester oftmals von einem Teil des Kommunalwaldes zum anderen umsetzen. "Das ist aufwendig", betont Wieland. Betroffen sind in Burg hauptsächlich Kiefern.