Burg l „Ja, vor 70 Jahren haben wir uns gegründet“, erzählt der zweite Vorsitzende der Wassersportler, Ulrich Nahrstedt, „als Kanuverein mit sieben Mitgliedern.“ Am Sonnabend werden die Mitglieder auf wechselhafte, aber schöne Zeiten zurückblicken, sich erinnern, aber auch nach vorn blicken.

Eine große Party

Auf dem Vereinsgelände am Niegripper Altkanal haben sich die Seeleute um ihren Vorsitzenden Reiner Proß Gäste und Weggefährten eingeladen. „Gleichzeitig wollen wir noch auf unseren Sport aufmerksam machen“, so Proß. Man wolle eine große Party feiern und für jeden, „ob jung, ob älter, ist es etwas dabei“, versprechen die Vorstandsmitglieder.

Mit rund 85 Mitgliedern und 40 Booten seien die Wassersportler eine feste Größe im Burger Vereinsleben – wenn auch nicht für jeden sichtbar. Am besten nimmt man den Drahtesel, sagt Proß, und fährt am alten Kanal entlang in Richtung Niegripp. Hier umfängt den Besucher die Idylle. Und hier, an diesem schönen Fleck Erde, legen die Boote der Burger Skipper an oder ab.

Touristisches Aushängeschild

Der TuS Empor mit seinem Hafen ist ein touristisches Aushängeschild der Kreisstadt. Zahlreiche Wassersportler aus ganz Europa legen hier an und verbringen oft mehrere Tage in der Region. „Auf unserem Vereinsgelände gibt es die Möglichkeit zu übernachten“, sagt Proß. So stehen neben Sanitärräumen auch Fahrräder zur Verfügung, die von den Gästen für Tagesausflüge rund um Burg genutzt werden können. „Manch Segler kommt später nochmal mit dem Wohnmobil zu uns“, sagt Bürgel. „Denen hat es hier so gut gefallen, sie wollen dann noch mehr entdecken.“

Viele Boote im Laga-Jahr

In der Zeit der Landesgartenschau legten Dutzende Boote an, und auch in diesem Jahr erwarte der Verein eine ähnliche Anzahl an Wassertouristen. Leider, so sagen die Burger Segler, scheine die Verwaltung der Stadt den touristischen Aspekt des Segelsportvereins nicht wahrnehmen zu wollen. Aktuell gebe es einen Konflikt wegen der Nutzung der Steg-Anlage. Die wurde durch den Verein in Eigenleistung errichtet und wird von ihm auch instand gehalten. Dennoch zahlt der Verein an die Stadt pro Meter eine vertraglich festgelegte Summe – ob dort ein Boot liegt oder nicht. Macht ein vereinsfremdes Boot dort fest, muss der Schatzmeister nochmal in die Kasse greifen und eine Gebühr an die Stadt entrichten.

Richtig ist: Das Gästeboot entrichtet an den Verein eine Gebühr. „Die deckt aber nur die Unkosten ab, für die Benutzung der vereinseigenen Anlagen, und die Stromkosten.“ Die Gebühr an die Stadt müsste der Verein dann zukünftig über Mitgliedsbeiträge von seinen Sportfreunden einholen – „eine ärgerliche Aussicht“, mache sie doch den Wassersport in seiner Segel- und Motorvariante zunehmend unattraktiv.

„Wir haben bei unseren Ausfahrten immer die positive Ausstrahlung unserer Region mit im Gepäck“, so Proß. Schließlich lade man ja auch Wassersportfreunde von weit her ein, und „die fühlen sich sofort hier wohl“.

Wasser, Natur und Technik

Wenn man die Wassersport- Enthusiasten fragt, was sie an ihrem Hobby begeistere, gibt es wenig unterschiedliche Antworten. „Es ist die Verbindung zwischen Wasser, Natur und Technik“, sagt Claudia Hanke, Schriftführerin.

Auch Uta Bürgel sieht das so. Sie hat im Verein den Hut auf, wenn es um Kultur, Sport und Umwelt geht. Die Vereinschronik floss aus ihrer Feder. Hier findet man auch das fast genaue Gründungsdatum der Sektion, und zwar der Mai 1949. „Damals wurde vieles in Eigenregie erstellt“, erklärt Bürgel: „Die Boote gebaut, ein kleines Bootshaus gemauert und ein Bootssteg gezimmert.“

Finanzielle Unterstützung

Die Betriebe im Ort, erst die Burger Knäcke und später dann das Walzwerk Burg im Troxel, übernahmen die Patenschaft und unterstützten den Verein finanziell, „aber auch mit Betriebshandwerkern“.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Dennoch gibt es genug Gründe für die Wassersportler, ihren 70. Geburtstag mit Optimismus und einem forschen Blick auf die Zukunft zu begehen, so Vorstands-Chef Proß. „Denn unsere Jugendgruppe wächst weiter.“