Möser l Ortsbürgermeister Peter Hammer brachte den Vorschlag im Namen des Ortschaftsrates ein. Abseits der Bundesstraße 1 soll ganz Möser eine Tempo-30-Zone werden. Überall gelte dann „rechts vor links“, neben der Verkehrsberuhigung seien die Regelungen im gesamten Ort eindeutiger. „Vielleicht kann so der viel gescholtenen Raserei begegnet werden“, sagte Hammer.

Nur geringer Zeitverlust

Zu den Einzelheiten des Vorschlages vom Ortschaftsrat berichtete Thomas Trantzschel. In einer Power-Point-Präsentation legte er dar, dass der Zeitverlust für Verkehrsteilnehmer in einem Ort wie Möser nur wenige Sekunden beträgt, wenn man statt 50 nur noch 30 km/h fahren kann. Das sei deshalb kein Argument gegen eine konsequente Tempo-30-Zone.

Als Vorteil der Maßnahme zählte Trantzschel auf, dass der Schilderwald zurückgedrängt würde, weil alle Hauptstraßen- und Vorfahrt-beachten-Schilder abgebaut werden könnten. Außerdem würde der Charakter des Ortes als Wohngebiet und Naherholungszone gestärkt. Mit der Thälmannstraße und dem Lostauer Weg bis zur Bundesstraße 1 als 30er-Zone würde die Ortsmitte gestärkt.

Einbahnstraßensystem angeregt

Ein Möseraner Bürger regte dazu an, dass eine Entzerrung der Verkehrsströme auch durch ein Einbahnstraßensystem im gesamten Ort erreicht werden könnte.

Zum Lostauer Weg berichtete Ortsrat Thomas Trantzschel, dass sein achtjähriger Sohn gefragt habe, ob dieser nicht Spielstraße, sprich verkehrsberuhigter Bereich mit Schrittgeschwindigkeit, werden könnte?

Diskussion um Lostauer Weg

Das Stichwort „Lostauer Weg“ rief die anwesenden Bürger auf den Plan. Mehr als die Hälfte von ihnen, so stellte sich heraus, war aus dem Grund zur Bürgerversammlung gekommen, um über die Situation im Lostauer Weg zu berichten.

Seit sieben Jahren gibt es hier bereits Probleme mit einem Durchgangsverkehr, der dort eigentlich gar nicht langfahren dürfte. Denn der Bereich ist als Sackgasse ausgewiesen. Ausgewiesen ist der Weg allerdings auch im Navigationsgerät von Autos – als Ausweichstrecke bei einem Stau auf der Autobahn 2. Im Ergebnis fahren an einem Tag wie dem der Bürgerversammlung, an dem ein schwerer Unfall die Autobahn für mehr als fünf Stunden blockierte, fast 200 Fahrzeuge pro Stunde durch die Sackgasse, wie einer der Anwohner berichtete.

Sackgasse ist Schulweg

Die Sackgasse ist Schulweg für etliche Kinder und zudem Zufahrtsweg für diejenigen Kinder, die aus Lostau mit dem Rad zur Schule fahren. Anwohner und Ortschaftsrat teilen die Sorge um die Sicherheit der Kinder.

Die Anwohner sind unzufrieden, dass trotz ihrer massiven Beschwerden bisher keine Lösungen in Sicht sind. Möglich sind aus ihrer Sicht Hinweisschilder darauf, dass hier Kinder unterwegs sind, Piktogramme auf der Straße mit dem Hinweis auf die dortige Tempo-30-Zone und verstärkte Verkehrskontrollen durch die Polizei. Die Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich (Spielstraße) – wie von Ortschaftsrat Thomas Trantzschel angeregt – unterstützen viele Anwohner aus dem Lostauer Weg. Einige Bürger sprachen sich auch für die Aufstellung von Pollern aus, da offensichtlich sei, dass die jetzt auf dem Ortsverbindungsweg vorhandenen „Verkehrshindernisse“ nur eine unzureichende Wirkung entfalten.

Vorschlag liegt Verwaltung vor

Der Vorschlag einer verkehrsberuhigten Zone liege bei der Verwaltung bereits auf dem Tisch, betonte Thomas Trantzschel. Ortsbürgermeister Peter Hammer regte eine konzertierte Aktion von Lostauern und Möseranern an.