Burg l Noch sieht es ein wenig kahl aus zwischen der Thomas-Müntzer-Straße und der Auffahrt zur Autobahn 2. „Das Bild wird sich aber bald ändern“, beruhigt Revierleiter Christian Block vom Bundesforstamt Nördliches Sachsen-Anhalt.

In diesem rund 9000 Quadratmeter großen Waldstreifen leisteten die Forstwirte ganze Arbeit und fällten etwa 200 Bäume – auch als Folge der vergangenen heißen Sommer, als sich Käfer und Pilze massenhaft vermehren konnten. „Kiefernprachtkäfer und der Diplodia-Pilz haben sich in diesem Bereich sehr stark ausgebreitet und die Bäume befallen“, erläutert Block. Die zum großen Teil einhundertjährigen Kiefern und Robinien verschiedenen Alters mussten letztlich gefällt werden.

Schon deshalb, weil direkt am Fahrradweg und an der vielbefahrenen Bundesstraße 246 a Sicherheit an erster Stelle stehe. „Wir wollen natürlich verhindern, dass Bäume umstürzen und womöglich noch Menschen zu Schaden kommen“, sagt der Leiter des Forstrevieres Wörmlitz. „Denn wir haben auch eine Verkehrssicherungspflicht.“

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Das unterstreicht der Leiter des Bundesforstes, Rainer Aumann: „Durchgeführt werden müssen auf jeden Fall die Verkehrssicherungsarbeiten entlang von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen sowie Kanälen der Bundeswasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sowie den Hauptwegen auf den Truppenübungsplätzen. Der Bundesforstbetrieb ist für die Verkehrssicherung von rund 500 Kilometern Wege und Straßen verantwortlich.“ Hinzu komme, dass die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre besonders die Waldränder – wie an der B 246a – geschädigt habe.

Wenn das Holz dort vollständig geborgen ist, unter anderem freuen sich auch Selbstwerber darüber, wird der 600 mal 15 Meter breite Streifen wieder aufgeforstet – und zwar mit Küstentannen und Douglasien. Da die Jungpflanzen etwa 50 bis 80 Zentimeter groß und ungefähr drei Jahre alt sein werden, sei es möglich, die Fläche schnell wieder zu begrünen. Auch die Wurzelstöcke der Robinien treiben wieder aus.

Folgen des Klimawandels

Derweil sehen Forstleute und Waldbesitzer – auch durch den Klimawandel – etwas skeptisch in die Zukunft. In den vergangenen drei Jahren lag der Schadholzanteil im Bundesforst beispielsweise bei rund 50 Prozent. „Die größten Schäden wurden durch Stürme verursacht. Und seit 2019 nehmen die Trockenheitsschäden in Verbindung mit Insektenbefall deutlich zu“, bilanziert Aumann. Die Folgen dieser Entwicklung seien auf dem Markt spürbar: Der Holzpreis sei in den vergangenen drei Jahren aufgrund des bundesweit massenhaft anfallenden Schadholzes um 70 Prozent gefallen. Um den Markt zu entlasten - besonders im Interesse der privaten Waldbesitzer – habe der Bundesforst den regulären Holzeinschlag bis auf Weiteres ausgesetzt.

Diesen Trend bestätigt auch Burgs Grünflächen- und Waldexperte Wieland Günther. „Die Holzpreise sind in der Tat im Keller und eine gegensätzliche Entwicklung nicht absehbar.“ Der Schädlingsbefall im kommunalen Bürgerholz habe auch die Einschlagsplanungen durcheinander gewirbelt. Aber nicht nur dort muss der Harvester in den Beständen die scharfen Messer vermehrt ansetzen. Erst vor Kurzem wurden auf dem Ostfriedhof rund 200 kranke Bäume, vornehmlich Fichten, gefällt. „Nicht auszudenken, wenn der Sommer wieder so extrem heiß wird“, sagt Günther.