Lostau l Für die CDU-Fraktion im Gemeinderat Möser ist die anhaltende Debatte um das Ortseingangsschild Lostau an der Landesstraße 52 (L 52) keine Frage des Standortes des Schildes. Es gehe darum, die Geschwindigkeiten am Ortseingang Lostau, aus Richtung Bundesstraße 1 kommend, mit sinnvollen und genehmigungsfähigen verkehrstechnischen Lösungen zu reduzieren, begründet die Fraktion einen entsprechenden Antrag. Darin wird vorgeschlagen, ortseinwärts, etwa 150 Meter vor dem Ortseingangsschild, beidseitig Schilder für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h aufzustellen und dies zu ergänzen durch ein „Kinder“-Zeichen. Dabei handelt es sich um ein rot umrandetes Dreieck mit laufenden Kindern darauf.

Am Sportpark könnte laut CDU-Fraktion eine Ortshinweistafel als Ergänzung des 70 km/h-Schildes aufgestellt werden, um so „die Erkennbarkeit und Begreifbarkeit der Verkehrsregelung zu verdeutlichen“. Eine solche Ortshinweistafel ist ein grünes Schild mit dem Ortsnamen in gelber Schrift darauf.

Einrichtung eines Linksabbiegerstreifens

Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, die Geschwindigkeit ausschließlich ortseinwärts zu reduzieren. „Für eine Beschränkung auf 50 km/h auswärts fehlt eine fachlich geeignete Begründung, die Reduktion auf 70 km/h ist ja schon der Einmündung und dem Unfallgeschehen in der Vergangenheit geschuldet“, so Fraktionsvorsitzender Frank Winter. Denkbar wäre darüber hinaus die Einrichtung eines Linksabbiegerstreifens, dies sei ohne bauliche Maßnahme aber nicht realisierbar. Zudem könnte aus Sicht der CDU-Fraktion durch die Polizei geprüft werden, ob trotz der Reduzierung auf 70 km/h weiterhin Verkehrsunfälle passiert seien. Das könnte Begründung dafür sein, dass die Reduzierung hier nicht ausreichend sei.

Nach Angaben des Polizeirevieres Jerichower Land hat es seit der elektronischen Erfassung im Jahr 2007 genau sechs Verkehrsunfälle an der Einbiegung zum Lostauer Sportpark gegeben. Drei davon waren Wildunfälle. Verletzte gab es nicht.

Kreisverkehr statt Verlegung des Schildes

Eine Versetzung des Ortseingangsschildes ist aus Sicht der CDU-Fraktion nicht zulässig. Dies habe das Landesverwaltungsamt als obere Straßenverkehrsbehörde nach intensiver Prüfung festgestellt. Und die Gründe dafür seien nachvollziehbar, so Winter.

Zur Entspannung der Verkehrssituation denkbar ist für die CDU-Fraktion aber auch die Errichtung von so genannten Mittelinseln oder einem kleinen Kreisverkehr. Konkret sei das vorstellbar an der Einmündung des Holländerweges in die Ahornallee (L52). Also dort, wo sich nur wenige Meter hinter dem Ortseingangsschild die beiden Bushaltestellen für den Schülerverkehr befinden.

Überholvorgänge vermeiden

Die CDU-Fraktion weist in ihrem Antrag darauf hin, dass die so genannten Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen eine Ausgestaltung von Bushaltenstellen an Ortseinfahrten vorsehen mit zirka 25 Meter langen Mittelinseln, damit hinter dem haltenden Bus sichere Überquerungen der Straße möglich sind. Dadurch würden bei zweistreifigen Straßen außerdem „gefährliche Überholvorgänge vermieden“.

„Da bauliche Maßnahmen kurz oder mittelfristig wenig wahrscheinlich sind, müssen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere für die am Ortseingang gelegene Bushaltestelle, kurzfristig Beschilderungsmaßnahmen getroffen werden“, begründet die CDU-Fraktion ihre Vorschläge für eine neue Beschilderung. Zwar sehe die Straßenverkehrsordnung starke Restriktionen für die Anordnung von Verkehrszeichen vor, um einen ausufernden Schilderwald zu vermeiden, die vorgeschlagenen Maßnahmen seien aber „zwingend erforderlich“. Auf andere Weise sei das Ziel, eine am Ortseingang angemessene Geschwindigkeit zu erreichen, nicht erreichbar.

Verkehrswacht bietet Hilfe an

Ihren Antrag hat die Fraktion mit Hilfe von Wulf Hoffmann erarbeitet. Der ehemalige Polizeidirektor ist Vizepräsident der Landesverkehrswacht Sachsen-Anhalt. Die Verkehrswacht biete an, gefahrene Geschwindigkeiten und Verkehrsmengen am Sportpark und auf Höhe der Bushaltestellen zu erheben, um die Forderung nach mehr Verkehrssicherheit in diesen Bereichen zu unterstützen, so Frank Winter.

Peter Hammer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Gemeinderat Möser, sagte der CDU Unterstützung zu für „Maßnahmen, die der Verkehrssicherheit, Verkehrsberuhigung und der Unfallvermeidung in unseren Ortschaften dienen“. Er wies aber auch auf einen Beschluss des Gemeinderates hin, wonach es mit der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt bereits eine Vereinbarung zur Gestaltung des genannten Bushaltesstellenbereiches an der L52 in Lostau gebe. Diese Vereinbarung sei möglicherweise den aktuellen Sicherheitsbedürfnissen anzupassen, sagte Peter Hammer.