Burg l Im hektischen Alltagsverkehr standen bereits so manchem Auto- und Radfahrer an der Kreuzung Schützenstraße/Bahnhofstraße die Schweißperlen auf der Stirn. Wer auf die Bahnhofstraße auffahren wollte und im ungünstigsten Fall noch Linksabbieger war, musste sich sputen und dazu noch Glück haben, unfallfrei den Bogen zu schaffen. Eine kritische Lage, auf die bereits viele Volksstimme-Leser aufmerksam gemacht hatten. Der Grund: Weil direkt im Kreuzungsbereich in der Bahnhofstraße geparkt werden durfte, war die Sicht nahezu versperrt. Vor allem dann, wenn noch Transporter oder ähnlich große Fahrzeuge dort standen.

„Ein unhaltbarer Zustand“, befand der Stadtseniorenbeirat. Auch er hatte das Thema bereits mehrfach auf der Agenda und ist nun in die Offensive gegangen. Das Gremium wandte sich an Landrat, Bürgermeister und die Polizei. In einem Schreiben an Stadtchef Jörg Rehbaum (SPD) fasste die Vorsitzende Karin Langner die brenzlige Situation zusammen. Darin heißt es unter anderem: „Von mehreren Bürgern, darunter Radfahrer und Autofahrer, wurden wir angesprochen, dass aus Sicht der Radfahrer diese beim Fahren sehr gefährdet sind, besonders, wenn man Richtung Stadt fährt, überholt wird und von vorn noch der Gegenverkehr kommt. Autofahrer, die aus der Schützenstraße in die Bahnhofstraße einbiegen wollen, können den Verkehr schlecht einsehen und stehen schon halb in der Bahnhofstraße.“ Weiter wird darauf verwiesen, dass die Radfahrer ohne jeglichen Schutz enorm gefährdet seien. Deshalb unterbreiteten die Stadtsenioren den Vorschlag, das Parken auf einem Teilstück zu untersagen, um eine bessere Sicht zu ermöglichen.

Autofahrer dürfen kurz halten

Die Mühlen der Bürokratie mahlten dieses Mal nicht lange, die Verwaltung reagierte nach entsprechender Prüfung schnell. Die Stadt schätzte die Lage „als behindernd und gefährdend“ ein und ordnete ein eingeschränktes Halteverbot an. Autofahrern ist es lediglich gestattet, kurz zu halten. „Damit haben wir in Abstimmung mit dem Polizeirevier mehr Sicherheit geschaffen“, sagt Stadt-Pressesprecher Bernhard Ruth.

Zwar dürfen nun in diesem Bereich elf Autos weniger geparkt werden, dafür können Auto- und Radfahrer jetzt halbwegs entspannt das Nadelöhr passieren. „Ein großer Fortschritt. In der Vergangenheit habe ich diese Kreuzung schon bewusst gemieden, weil manche wartenden Autofahrer hinter mir sogar noch gehupt haben“, sagte Eberhard Merlich am Lesertelefon der Volksstimme. Auch Karin Langner und ihre Mitstreiterin Christa Seidel sind zufrieden, ein „großes Problem für die Bürger“ gelöst zu haben. Für die fehlenden Parkplätze sollten im Gegenzug auf dem hinteren Gelände neben dem Reimann-Giebel Stellplätze geschaffen werden. Davon würde auch die Innenstadt mit den heimischen Händlern profitieren.

Parken bleibt rechts erlaubt

Grundsätzlich bleibt das Parken aber in der Bahnhofstraße am rechten Fahrbahnrand erlaubt, so lange der übrige Verkehr nicht behindert oder gefährdet wird.