Wörmlitz l  An der Kreuzung Dorfstraße/Heinrich-Heine-Straße fehlte der Verkehrsspiegel. Nun hängt er wieder an seinem Platz.

Am Volksstimme-Telefon schilderte vor wenigen Tagen Sarina Könnecke aus Wörmlitz ihren Unmut darüber, dass der bisher dort installierte Verkehrsspiegel seit einiger Zeit fehlt: „Ich fahre schon gar nicht mehr hier entlang sondern nehme lieber einen Umweg“. Zu riskant erscheint ihr die uneinsehbare Kurve, wenn man von der abknickenden Heinrich-Heine-Straße geradeaus über die Dorfstraße fahren möchte. „Aus Richtung Körbelitz kommend ist der Gegenverkehr meist sehr schnell. Da schafft man es kaum, die Straße zu überqueren. Wenn dann noch Stau auf der Autobahn ist, und noch mehr Verkehr durch Wörmlitz rollt, wird es noch schlimmer“.

Keine Notwendigkeit

Im Bau- und Ordnungsamt der Stadt Möckern kennt man das Problem der Wörmlitzer Kreuzung. Dazu erklärt Amtsleiter Arne Haberland: „Der betreffende Verkehrsspiegel wurde abgebaut, da er blind und ausgeblichen war und keine Funktion mehr hatte. Ein neuer wurde bereits beschafft, allerdings haben die alten Anbauteile nicht mehr gepasst, so dass hier neue beschafft werden mussten. Mittlerweile sind alle erforderlichen Teile vorhanden.“ Tatsächlich wurde der Verkehrsspiegel inzwischen wieder installiert.

Der Möckeraner Amtsleiter betont, dass dieser Verkehrsspiegel nur auf Grund der Initiative der Stadtverwaltung dort wieder angebracht wurde: „Alle weiteren beteiligten Behörden sehen keine Notwendigkeit“, so Arne Haberland.

Der Möckeraner Amtsleiter schildert das generelle Problem mit diesen Verkehrsspiegeln: „Es ist festzustellen, dass diese Verkehrsspiegel grundsätzlich keine Verkehrszeichen oder Verkehrseinrichtungen im Sinne der Straßenverkehrsordnung sind. Der Einsatz dieser Hilfsmittel wird kritisch gesehen.“

Falschinterpretation möglich

Skeptiker verweisen etwa darauf, dass die für Verschmutzung und Umwelteinflüsse anfälligen Verkehrsspiegel dem Verkehrsteilnehmer eine Sicherheit nur vortäuschen würden, welche tatsächlich nicht bestehe.

Das verzerrte und verkleinerte Spiegelbild berge zum Beispiel die Gefahr von Falschinterpretation der Verkehrssituation. Problematisch kann auch sein, wenn die Spiegel verdreht wurden. Auch tote Winkel im Spiegelbild werden von Kritikern als Gefahr angeführt.

An einigen Stellen in Möckeraner Ortschaften haben Einwohner in der Vergangenheit solche Spiegel an ihren Grundstücksausfahrten beantragt. Nicht selten wurden die Forderungen negativ beschieden.

Urteil

Schon vor fast 40 Jahren urteilte das Oberlandesgericht Karlsruhe, ein Verkehrsspiegel solle dem Wartepflichtigen das Hineintasten in eine Kreuzung oder einen Einmündungsbereich erleichtern, der Spiegel befreie den Fahrer jedoch nicht davon, sich unmittelbar vor der Einfahrt in die Vorfahrtsstraße über die Verkehrslage zu orientieren.“