Burg l Der Burger Heimatverein hat sich neu aufgestellt: Auf der Mitgliederversammlung am Montagabend wurde ein neuer, siebenköpfiger Vorstand gewählt – mit Karin Zimmer an der Spitze. Und: Nach schwierigen Jahren ist der Verein heute schuldenfrei und konnte Verbindlichkeiten in Höhe von rund 15.000 Euro seit 2015 tilgen. Mehr noch: Der Verein hat heute wieder ein finanzielles Polster, bestimmt das Leben in Burg mit zahlreichen Veranstaltungen und kann einen Mitgliederzuwachs verzeichnen. So wurden 2017 acht neue Mitglieder aufgenommen, 2018 noch einmal vier, so dass der Heimatverein nun insgesamt 53 Mitglieder zählt, darunter acht Stadtführer.

Nach Jahren von Talfahrten konnten die Mitglieder 2018 auch durch die Landesgartenschau (Laga) ganz besonders auf sich aufmerksam machen, betonte Karin Zimmer. Als Ergebnis stehen Rekord-Besucherzahlen zu Buche: Bis zum 22. Oktober wurden insgesamt 16.600 Gäste gezählt. Besonders ausgewirkt haben sich dabei der 1.-Mai-Feiertag und die Museumsnacht mit insgesamt 1900 Personen.

Drei neue Stadtführer

Die Öffnungszeiten während der Laga an 32 Tagen in der Gerberei und im Berliner Torturm nutzten etwa 10.000 Interessierte. Durch weitere Veranstaltungen und Führungen konnten noch einmal 2000 Personen mit der Stadt bekannt gemacht werden. Dazu haben auch drei neue Stadtführer beigetragen, die entsprechend zertifiziert sind. Und auch im Rahmen des grünen Klassenzimmers für Schulen und Kindergärten waren die Männer und Frauen des Heimatvereins dreimal mit von der Partie. „Dieser Einsatz hat nicht nur Spaß gemacht und Kräfte gekostet, er hat auch gezeigt, dass auf diese Weise das Vereinsleben gestärkt wird“, freute sich Zimmer, die ihren Mitstreitern für das große Engagegemt dankte. Nur dadurch sei es möglich gewesen, die Denkmäler während der Laga zu öffnen. „Ich habe noch nie so viel Kaffee gekocht wie an solchen Tagen“, scherzte beispielsweise Clemens Engel.

Ruhiger und geordnet

Jetzt, nachdem der Verein wieder auf soliden Füßen steht und die umfangreichen Sanierungs- und Trockenlegungsarbeiten in der Hainstraße beendet sind, könne wieder „etwas ruhiger und geordneter“ in die Zukunft geblickt und sich den eigentlichen Aufgaben – Erhalt der Denkmale und Weitervermittlung der Heimatgeschichte Burgs – gewidmet werden. Die Dauerausstellung „Geschichte der Garnisonsstadt Burg von 1713 bis heute“, die Sonderausstellung „Hilfslazarette und Kriegsgefangenenlager 1918/19 in Burg“ und die Sonderausstellung „Fundstücke“ in der Hainstraße 12 stoßen auf ebenso große Resonanz wie die Geschichte der Gerberei, der Schuhindustrie oder die Seifenmanufaktur. „Wir haben in Burg viel zu bieten und werden auch in Zukunft die Historie der Stadt eindrucksvoll vermitteln“, kündigte Zimmer an. Schließlich hätten auch viele Besucher der Laga angekündigt, die Stadt noch einmal in Augenschein nehmen zu wollen.

Unterstützung zugesichert

Auch der ehemalige Vereinschef Christian Köchy, der nicht wieder für den Vorstand und Vorsitz kandidiert hatte, sicherte dem neuen Vorstand seine Unterstützung zu. Heimatvereins-Gründungsmitglied Markus Kurze dankte ihm für seine Bereitschaft, „den Verein in schwierigen Zeiten übernommen zu haben“. Zuvor waren Verbindlichkeiten unter einer anderen Vereinsleitung aufgelaufen, die zu einer finanziellen Schieflage führten und aufgearbeitet werden mussten.

An Plänen für die kommenden Monate mangelt es jedenfalls nicht. Schon heute werden die traditionellen Adventslesungen im Berliner Torturm vorbereitet. In Planung ist ein neuer Flyer zur historischen Gerberei. Und Stephan Meisel will die Internetseite des Vereins überarbeiten, damit sie in der kommenden Woche freigeschaltet werden kann.