Bürgermeisterwahl

Vier Kandidaten stehen den Wählern in Burg Rede und Antwort

Vier der fünf Bürgermeisterkandidaten stellten sich Mittwochabend auf einem Online-Forum der Stadt den Fragen der Wähler. Thematisch ging es vor allem um Stadtentwicklung, Verkehr und Vereinsleben. Ein Fazit: Die Bewerber haben größtenteils das Machbare in kommunal schwierigen Zeiten betont.

Von Mario Kraus
Auf dem Online-Wahlforum der Stadt Burg stellten sich vier  Bürgermeisterkandidaten den Fragen von Zuschauern und der Stadtwahlleitung. Wahlleiter Sven Reinald (2.v.l.) und sein Stellvertreter Alexander Tippelt (Mitte) hier im Vorgespräch mit René Kellner (l.), Bernhard Ruth (3.v.r.), Philipp Sievert (2.v.r.) und Christian Werner.
Auf dem Online-Wahlforum der Stadt Burg stellten sich vier Bürgermeisterkandidaten den Fragen von Zuschauern und der Stadtwahlleitung. Wahlleiter Sven Reinald (2.v.l.) und sein Stellvertreter Alexander Tippelt (Mitte) hier im Vorgespräch mit René Kellner (l.), Bernhard Ruth (3.v.r.), Philipp Sievert (2.v.r.) und Christian Werner. Foto: Mario Kraus

Burg - Nicht vor Hunderten von Zuschauern, sondern vor zwei kleinen Kameras standen vier von fünf Bürgermeisterkandidaten Mittwochabend in der Sporthalle Mitte der Stadtwahlleitung und Zuschauern, die online teilnehmen konnten, Rede und Antwort. Ein Forum, das auch in dieser neuen Form auf Resonanz stieß. Knapp 500 Nutzer verfolgten die zweistündige Frage-Antwort-Veranstaltung insgesamt, davon 55 die ganze Zeit. „Es war für uns eine Premiere. Wir sind zufrieden, dass viele Interessierte das Format genutzt haben“, resümierte Stadtwahlleiter Sven Reinald. Die kleine Panne zum Auftakt, als die Internetverbindung nicht zustande kam, konnten die IT-Spezialisten der Stadt schnell beheben. Sechs Minuten später als geplant zeigte Technik-Chef Steve Grasse dann den Daumen nach oben. Von da an stand die Leitung. Und auch der Gesprächsfaden zog sich nahezu konstant bis zum Schluss durch das Forum. So standen exakt die Themen im Mittelpunkt, die auch die Kommunalpolitik aktuell oder seit längerer Zeit bestimmen: Stadtentwicklung, die Ausgestaltung der Einkaufsmeile, Unterstützung der Vereine, Ordnung und Sauberkeit, die Wohnbebauung am Niegripper See, die Ortsumgehung B1n oder der Streit um die Trassenführung der Entlastungsstraße im Industrie- und Gewerbegebiet (IGP). Wie von selbst stellte sich dabei Frage, was angesichts klammer Finanzen in den kommenden Jahren überhaupt möglich sein wird. Alle vier Kandidaten – René Kellner, Bernhard Ruth, Philipp Sievert und Christian Werner - versprachen keineswegs das Blaue vom Himmel, was diese Runde von manch anderer in den zurückliegenden Jahrzehnten unterscheidet. Im Gegenteil: Alle betonten die weitere Haushaltskonsolidierung und das Machbare für Burg – mit jeweils programmatisch anderen Nuancen.

Kritikpunkt Ordnung und Sicherheit

Während René Kellner beispielsweise beim Komplex Ordnung und Sicherheit eine engere Verzahnung mit dem Polizeirevier anstrebt („Hierbei muss die Zusammenarbeit intensiviert werden“), machte Bernhard Ruth nachdrücklich darauf aufmerksam, dass es bereits regelmäßig gemeinsame Streifen zwischen dem Stadtordnungsdienst und der Polizei gebe. Einigkeit herrschte dann wieder schnell, dass das Problem des Hundekots nicht mit mehr Behältern für Tüten gelöst werden könne. Tenor: Ohne Eigenverantwortung jedes Halters werden Straßen und Plätze nicht sauberer. Philipp Sievert regte hierbei das Halberstädter Modell an, wonach die Routen der Spaziergänger ermittelt und dann gezielt an bestimmten Stellen Tüten-Behälter aufgestellt wurden.

Wie wird die Einkaufsstraße attraktiver?

Wie wird die Innenstadt mit ihrer Einkaufsmeile attraktiver? Eine Frage, die mit unterschiedlicher Zielrichtung immer wieder gestellt wird. Mit dem nahenden Ende des Geschäftsstraßenmanagements (GSM), weil die Förderung ausläuft, suchen Stadt und Stadtrat hier neue Antworten. Ein Baustein wäre nach Ansicht von Sievert, ein neues Stadtmarketing ins Leben zu rufen. Bernhard Ruth erwägt in dieser Beziehung die Gründung einer Interessengemeinschaft (IG) Innenstadt. Für Christian Werner steht fest, dass nur eine lebendige Innenstadt mit Angeboten für Jung und Alt eine Zukunft habe.

Selbstredend wollen sich alle Bürgermeisterbewerber dafür einsetzen, dass die Vereine auch corona-bedingt nicht ins Straucheln geraten. Vor allem solche, die durch Erbbaupachtverträge die Anlagen unterhalten, haben derzeit Schwierigkeiten. „Vereine sind ein wichtiges Rückgrat und müssen die Hilfe der Stadt finden“, machte Christian Werner klar.

Dauerbrenner Radfahren

Dass Radfahren und Verkehr mittlerweile Dauerbrenner bei Gesprächen sind, wurde mehr als deutlich. So werde es nach Ansicht aller Kandidaten Zeit, mit einem klaren Verkehrskonzept in die Zukunft zu gehen beziehungsweise zu fahren und solche Lösungen vorzubereiten, die tatsächlich umsetzbar sind. Auch die Umgehungsstraße für Burg wird einhellig unterstützt, wobei laut Werner der dann ausbleibende Durchgangsverkehr die Stadt schwächen könnte. Kellner dagegen sieht sogar durch enge Lobbyarbeit zwischen der Stadt, dem Stadtrat und den Landtags- und Bundestagsabgeordneten Möglichkeiten, einen vorzeitigeren Bau als erst 2030 zu ermöglichen. Auch Ruth und Sievert sprachen sich für die Investition aus.