Wusterwitz (bsc) l Die von 1927 bis 1930 erbaute „Schleppzugschleuse Groß-Wusterwitz“ hat eine nutzbare Kammerlänge von 225 und eine lichte Weite von zwölf Metern. Sie überwindet eine durchschnittliche Höhendifferenz von 4,20 Meter. Jan-Peter Götz: „Die Kammer wird im Oberwasser über Zylinderschütze nach dem Prinzip der Glocke in einem WC- Hochspülkasten befüllt. Das Wasser läuft dann über Schächte, so groß wie zwei Garageneinfahrten unter dem Drempel am Tor in die Kammer. Der oberwasserseitige Schleusenverschluss besteht aus einem genieteten Klapptor, welches zum Öffnen in eine Grube auf der Schleusensohle abtaucht und über das dann die Schiffe ein- oder ausfahren.“

Unterwasserseitig wurde der Schleusenverschluss, der mit zwei Stemmtorflügeln ausgebildet ist, bereits 2018 von regionalen Baufirmen aus Brandenburg und Genthin erneuert.

Umleitung über Untere-Havel-Wasserstraße

Durch wiederholte Undichtigkeiten der als Auftriebskörper dienenden Hohlkammern im Tor steigt die Gefahr des Ausfalls der Schleuse. Bei vollgelaufenen Hohlkästen wird die Torantriebskraft überschritten und das obere Schleusentor kann weder geschlossen noch geöffnet werden. Jan-Peter Götz: „Nach Bewertung des vorhandenen Zustandes muss das Tor ersetzt werden, da eine Verstärkung der Nietkonstruktion nur mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand betrieben werden könnte. Diese umfangreiche Instandsetzung ist für August und September 2020 vorgesehen, wobei die eigentliche Schleusensperre vom 29. August bis zum 20. September erfolgen wird.“ Um die Sperrzeit für die Schifffahrt so gering wie möglich zu halten, werden die am Bau beteiligten Firmen in einem 24-Stunden-Zyklus arbeiten.

Für den Wassertourismus gibt es im Zeitfenster der Sperrung der Schleuse Wusterwitz eine Umfahrungsstrecke, die über die Untere-Havel-Wasserstraße von Bahnitz bis Havelberg über die Elbe führt.