Burg l Als Gerald Richter morgens den Wasserturm betrat, platschte es unter seinen Füßen. „Es war wie in einer Tropfsteinhöhle. Das kann man sich nicht vorstellen“, sagt das Mitglied des Burger Wasserturmvereins. Das Aumaß wurde erst später klar: Durch drei Etagen bahnte sich das Wasser seinen Weg.

Grund für die Wasserschäden war eine Leitung zum Waschbecken, die nachgab. „Zwei Bäder, zwei Kellerräume, drei Ausstellungsräume und der Flur sind in Mitleidenschaft gezogen worden“, sagt Marco Herbort, Vorsitzender des Vereins. Das Wasser sei durch die Decken und an den Wänden entlanggelaufen.

15 Mitglieder packen mit an

Nach dem erschreckenden Fund alarmierte Gerald Richter die Vereinsmitglieder. 15 Personen rückten an, um eigenhändig die sichtbaren Schäden zu beseitigen – mit Schneeschieber und Besen. In der ersten Etage wurden die Tapeten von den Wänden entfernt. Um die restlichen Arbeiten kümmern sich Experten.

In der vergangenen Woche waren Gutachter vor Ort, um den Schaden zu analysieren. Die Versicherung ist inzwischen informiert, sagte Mario Schmidt, Geschäftsführer des Wasserverbandes Burg, am Dienstag. Die genaue Schadenssumme steht nicht hundertprozentig fest, belaufe sich aber im fünfstelligen Bereich.

Unmittelbar, nachdem die Schäden festgestellt wurden, sei mit der Trocknung in den Räumen begonnen worden. „Das hat uns völlig überrascht. Wir werden aber alles tun, damit die Räume schnellstmöglich wieder nutzbar sind“, versicherte Schmidt.

Verein blickt nach vorn

Doch nicht nur das Gebäude, auch die Maschinenausstellung wurde teilweise zerstört. „Wir sind nun dabei, die Dokumente zu trocknen“, sagt Marco Herbort. Außerdem müsse das Modell einer Maschine repariert werden. Die Mitglieder des Wasserturms blicken trotz Hiobsbotschaft nach vorn: „Vielleicht können wir so die Maschinenausstellung erweitern und zum Beispiel auch das Burger Bekleidungswerk beleuchten.“

Zur Eröffnung der Landesgartenschau wird es am Wasserturm weiterhin Engpässe geben. Die Aussicht vom Turm wird den Besuchern nicht verwehrt, doch die Räume werden erst im Juni wieder vollends trocken und begehbar sein.

Erbaut 1902

Trotzdem sind die Mitglieder des Wasservereins froh, dass keine langfristigen Schäden am Wasserturm zu verzeichnen sind. „Anfangs dachten wir, dass alles zerstört ist. Doch ein altes Bauwerk hält das aus“, sagt Marco Herbort. Erbaut wurde das Burger Wahrzeichen im Jahr 1902. Seitdem sich der Turm und die Anlage in der hand des Vereins befinden, haben zahlreiche Veranstaltungen für großes Interesse gesorgt.