Burg l Die Stimmung im Burger Wasserturm-Verein war schon einmal besser. Damals, 2017, als der Verein ins Leben gerufen wurde und die Aktionen angepackt wurden.

Und jetzt? Ein abgewählter Vereinsgründer und Vorsitzender, der sich rechtlichen Beistand einholte, „um Rufschädigungen vorzubeugen“ und ein Verein, der nach eigenen Angaben die ehemalige Leitungsarbeit von Herbort kritisch sieht.

Was war passiert? Anfang Januar wurde Herbort vom Vorstand mit drei zu zwei Stimmen von seiner Funktion als Vereinschef entbunden, als Nachfolger sein Stellvertreter Stefan Kiel gewählt. Das war auch satzungsgemäß gedeckt.

Harte Vorwürfe gegen Marco Herbort

Die Vorwürfe, die dem Vereinschef zur Last gelegt wurden, wiegen jedoch schwer. Sie reichten laut Herbort „vom vereinsschädigenden Verhalten“ bis dahin, sich nicht um den Verein und Fördermittel ausreichend gekümmert zu haben und bei Veranstaltungen nicht selbst aktiv mit zugepackt zu haben. Herbort gegenüber der Volksstimme: „Auch die Tatsache, dass ich der Reservistenkameradschaft das Wasserturmgelände zeigen beziehungsweise für eine Rast zur Verfügung stellen wollte, wurde mir zur Last gelegt.“ Herbort, der „ein Machtgerangel“ sieht, will keine Namen nennen „und keine schmutzige Wäsche waschen“. Er räumt auch Fehler ein: „Ja, ich war und bin natürlich zeitlich eingespannt. Das gebe ich zu.“

Auf der Mitgliederversammlung am Freitagabend war Herbort nicht dabei, weil er zeitgleich eine andere Jahreshauptversammlung besuchte. Viele Vereinsmitglieder hätten sich gewünscht, dass er selbst zu vielen Fragen Antworten gibt. Die große Lanze wurde für ihn wahrscheinlich auch deshalb nicht gebrochen. Ein Vereinsmitglied der ersten Stunde, das seinen Namen nicht nennen wollte, sagte der Redaktion: „Marco hat den Verein aufgebaut. Das bleibt sein großer Verdienst, er ist aber nicht der Typ für den Chefposten. Und er hat leider nicht mehr die Zeit aufgebracht, die nötig gewesen wäre.“

Herbort will Vereinsmitglied bleiben, strebt aber keinen Posten mehr im Vorstand an. „Ich hoffe, dass der Wasserturm als Denkmal erhalten bleibt, mit Kultur bereichert wird und dass er entsprechend der Vereinssatzung den Burgern immer offen steht.“

Die Arbeit des 67 Mitglieder starken Vereins gehe in jedem Fall engagiert weiter, versicherte Stefan Kiel am Wochenende. „Darin sind sich alle Mitglieder einig.“ Ein Machtgerangel sieht er „überhaupt nicht“. Leider habe Herbort den Verein „ich-bezogen geführt“ und viele Entscheidungen allein getroffen. Und sein Engagement habe nachgelassen, was letztlich zu Schwierigkeiten geführt habe. Details wollte Kiel nicht nennen. Auch zum Schutz von Herbort. „Wir blicken jetzt nach vorn - und zwar gemeinsam.“ So könnten sich die Burger wieder auf zahlreiche Veranstaltungen freuen.