Gommern l „Wir rudern nicht, wir paddeln!“ Auch nach 20 Jahren Schlauchbootrennen auf dem Kulk musste Burkhard Schulle, Abteilungsleiter Rudern des SV Eintracht Gommern, das Missverständnis klarstellen. Gepaddelt wurde am Sonntag zum 20. Schlauchbootrennen nach Leibeskräften. Wobei der Spaß immer im Vordergrund stand.

Fass Bier für die Sieger

Entstanden ist der Wettbewerb aus einer Bierlaune heraus, erzählte Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein, der die Veranstaltung wieder moderierte. Seit 20 Jahren sitzen die Freiwillige Feuerwehr Gommern, die Abteilung Kanu des SV Eintracht Gommern und DJ Rüdiger gemeinsam mit Jens Hünerbein in einem Boot. Gastwirt Herbert Horn stellt seit Anfang an das Fass Bier zur Verfügung, das die Siegermannschaft der offenen Klasse als Hauptpreis erhält. Mit einem Erinnerungsteller bedankte sich Jens Hünerbein bei seinen langjährigen Mitstreitern. Ein großes Dankeschön gab es auch von Steffen Hartwig und Anke Wilke, den Vorsitzenden des SV Eintracht Gommern.

Anke Wilke behielt Jens Hünerbein für den ersten Startschuss gleich auf dem Steg am Kulk, wo pünktlich um 10 Uhr die Kampfrichter ihre Plätze eingenommen hatten. Weil Wilke ihren Enkelsohn auf dem Arm trug, holte der Moderator noch Dr. Joachim Schröder, den Vorsitzenden des Seniorenbeirates der Einheitsgemeinde, hinzu. Inspiriert vom T-Shirt „Justav jib Jas!“ schickten sie die Titanic, Borchys Wüstenschiffe und die Wettkampftruppe der Feuerwehr ins erste Rennen. Dr. Schröder betätigte die Hupe.

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Feuerwehr im Einsatz

Die Feuerwehrleute starteten unter erschwerten Bedingungen. Nicht nur, dass sie wie jedes Jahr mit Zeltaufbau und Bootspflege betraut waren, dieses Mal wurden sie mitten in der Veranstaltung sogar zu einem Einsatz gerufen. Dieser stellte sich glücklicherweise als Fehlalarm heraus.

Zwei Sieger bei den Frauen

Parallel zum Schlauchbootrennen fand am Volkshaus und Sportplatz erstmals ein Flohmarkt statt. Viele Besucher nutzten das Angebot der 40 Händler zum Gucken und Kaufen. Angesichts der guten Resonanz wird es nächstes Jahr wohl eine Neuauflage geben.

Hanneloren und Sektperlen

Auf dem Kulk waren Ole, Marie, Christian und Marius mit Abstand das schnellste Jugendboot. Bei den Frauen schafften es die Hanneloren mit Ilona, Heike, Nancy und Anke und die Sektperlen mit Monique, Ute, Doreen und Franka im entscheidenden Lauf exakt nach 1:38 Minuten die Ziellinie zu überqueren. Beide Mannschaften teilten sich den 1. Platz.

Bas Tuente, Ilona, Yuri und Pjotr waren mit „beschuit met muisjes“ (Zwieback mit Mäusen) das schnellste Familienboot vor den Seepiraten Steffan, Franziska, Maja und Vivien.

In der offenen Klasse, für die sich ingesamt 16 Mannschaften angemeldet hatten, waren die Kulkhaie Jens, Christian, Andreas und Jens nicht zu schlagen. Schon im Vorlauf hatten sie sich mit 1:16 Minuten an die Spitze gesetzt und schafften im Endlauf sogar 1:10 Minuten. Die Karither Rasenpaddler Markus, David, Hille und Clemens lagen acht und der Schweden Kahn mit Stefan, Dirk, Melle und Christof neun Sekunden dahinter. Aber die Karither Fans sorgten mit Abstand für den meisten Jubel.

Drei Sekunden fehlen

Sven, Enrico, Jens und Christoph aus dem Rudelboot warfen als Achtplatzierte den Bürgermeister schon vorfristig in den Kulk. „Drei Sekunden haben uns am Endlauf gefehlt!“, berichteten die Männer vor der Siegerehrung. Nächstes Jahr soll ihnen das nicht passieren. Ein Trainingslager haben sie fest eingeplant. Damit den Teilnehmern am Schlauchbootrennen nichts zustoßen kann, begleitete die Wasserrettung die Veranstaltung von der ersten bis zur letzten Minute. „Arbeit“ bekamen sie erst ganz zum Schluss. Nach seinem Sprung in den Kulk zum Abschluss des 20. Schlauchbootrennens ließ sich Jens Hünerbein bergen, ein paar schnelle Runden über das Gewässer inklusive. Auch DJ Rüdiger stürzte sich schließlich in den Kulk.