Biederitz l Die 2012 eingeführte 30er-Zone innerhalb der Ortschaft von Biederitz wird in den kommenden Tagen von der Gemeinde zurückgebaut. 30er-Schilder werden abmontiert, 50er-Schilder angebracht. Auch Hauptstraßenschilder sind wieder notwendig.

Widerspruch eines Bürgers

Grund für den Abbau der 30er-Zone ist der Widerspruch eines Bürgers, dem nach sieben Jahren nun endgültig stattgegeben wurde. Der Biederitzer hatte bereits kurz nach der Einführung der 30er-Zone beim Landkreis als Kommunalaufsicht Widerspruch eingelegt. Nach fast sieben Jahren Hin und Her zwischen Gemeinde, Landkreis und Landesverwaltungsamt in Halle ist die Angelegenheit nun endgültig entschieden. Die Gemeinde muss die 30er-Schilder entfernen.

Der Landkreis hat seine Ablehnung der Zone damit begründet, dass die Straßen in bedeutendem Maße dem Durchgangsverkehr dienen. Somit dürfe hier keine 30er-Zone eingerichtet werden. Das Landesverwaltungsamt in Halle gab dem Widerspruch des Biederitzers ebenfalls statt – mit derselben Begründung. Dabei entschied das Amt offenbar vom „grünen Tisch“ aus, die Begründung des Landkreises zu übernehmen, denn von einer Begehung vor Ort ist weder Ortsbürgermeister Carsten Schneider noch Gemeindebürgermeister Kay Gericke und seinem Ordnungsamtsleiter Christian Karius etwas bekannt. „Das Ganze erinnert mich an einen Schildbürgerstreich“, sagt Ortsbürgermeister Carsten Schneider.

30er-Zone kam 2012

Die Tempo-30-Zone war auf Initiative des Ortschaftsrates eingerichtet worden. Auf einer Bürgerversammlung hatten sich viele Biederitzer für die Zone ausgesprochen. Der Bereich ist für die Biederitzer Grundschüler morgens Schulweg. Die Straßen trotz Durchgangsverkehr zu überqueren, stellt für die Kinder eine Herausforderung dar. Um die Schulwegsicherheit zu erhöhen, entschied sich die Gemeinde 2012, die 30er-Zone einzurichten.

Ordnungsamtsleiter Christian Karius schüttelt den Kopf. „Es fällt schwer, das den Bürgern zu erklären“, sagt er. Denn: Es ändert sich nicht nur das Tempo, das gefahren werden darf. Auch bei den Vorfahrtsregelungen und der Parksituation muss nun eine „Rolle rückwärts“ gemacht werden. So darf an einer Straße mit Tempo 50 nicht geparkt werden, an den Kreuzungen Woltersdorfer Straße - Friedrich-Engels-Straße und Friedrich-Engels-Straße - Gartenstraße gilt dann wieder nicht mehr rechts vor links.

Verstärkte Tempokontrollen

Die Gemeinde will nun mit der Einrichtung von temporären 30er-Zonen ein Stück zur Schulwegsicherheit beitragen. Gespräche dazu mit dem Landkreis gibt es schon. Die Regionalbereichsbeamten haben angekündigt, nach dem Abbau verstärkt Tempokontrollen durchführen.