Städtepartnerschaft

Wiedersehen im nächsten Jahr: Gommern hält trotz Corona Kontakt zur Partnerstadt St. Jean de la Ruelle

Per Videoübertragung gab es vor kurzem ein Wiedersehen zwischen Gommern und St. Jean de la Ruelle. Bis sich Vertreter beider Partnerstädte wieder persönlich begegnen, wird es wegen der Pandemie wohl noch bis nächstes Jahr dauern. Beide Städte haben mit ähnlichen Problemen bei der Aufrechterhaltung ihrer Freundschaft zu tun.

Von Manuela Langner
Der Sandstein aus der Loire, gestiftet von St. Jean de la Ruelle, steht auf dem Platz der Städtepartnerschaft im Gesteinsgarten Gommern.
Der Sandstein aus der Loire, gestiftet von St. Jean de la Ruelle, steht auf dem Platz der Städtepartnerschaft im Gesteinsgarten Gommern. Foto: M. Langner

Gommern - Die deutsch-französische Freundschaft trägt Früchte. Zum 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Gommern und St. Jean de la Ruelle hatten die Ehlestädter beispielsweise einen Apfelbaum für den damals neu angelegten Obstgarten geschenkt. Der Baum wachse und gedeihe, wie der Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins vor kurzem mit Freude erfuhr. Längst befindet sich die Partnerschaft zwischen beiden Städten im 25. Jahr, aber wegen der Pandemie ist in diesem Jahr wohl nicht an eine Feier des Jubiläums zu denken.

Per Videokonferenz gab es vor kurzem immerhin ein digitales Wiedersehen. Die Gommeraner wurden dabei von Henry Bouet, dem ehemaligen Schulleiter des Gymnasiums und Französischlehrer, unterstützt, der die Redebeiträge übersetzte.

Austausch über die Pandemie-Zeit

Natürlich tauschten sich die Vertreter beider Städte aus, wie sie die Corona-Pandemie bislang erlebt haben und mit welchen Restriktionen sie zu tun hatten. Beide blickten aber vor allem positiv in die Zukunft, verbunden mit der Hoffnung, dass im nächsten Jahr wieder ein persönliches Treffen möglich sein wird. Die Gommeraner reisen dann nach Frankreich, wie es ursprünglich schon für den Herbst letzten Jahres geplant gewesen war.

Die Vertreter beider Städte betonten deutlich, welchen Stellenwert die Partnerschaft in einer Zeit hat, in der nationale Kräfte am rechten Rand immer mehr erstarken würden.

Zu Wort kamen auch zwei deutsche Gastschüler, die ihre Eindrücke während ihres Auslandspraktikums in St. Jean de la Ruelle schilderten, wie sie vor Ort Land, Leben und Sprache besser kennenlernen, wie sie sich dort wohlfühlen.

Deutsch und Französisch sollen mehr gefördert werden

Beide Seiten bedauerten, dass der Schüleraustausch zwischen Gommern und St. Jean de la Ruelle zum Erliegen gekommen ist. Ein entscheidender Grund dafür ist, dass Französisch in Gommern und Deutsch in St. Jean de la Ruelle als Fremdsprachen nicht mehr so populär wie früher sind, obwohl beide Seiten gegenzusteuern versuchen.

Die Schulen darin zu unterstützen, Deutsch beziehungsweise Französisch bei den Fremdsprachen beizubehalten, sei beim Gespräch vereinbart worden, sagte Gommerns Jens Hünerbein (parteilos). Er ist qua Amt Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins. In der Städtepartnerschaft sei der Schüleraustausch eine wichtige Säule. Denn, und das stellten beide Seiten fest, die Partner haben jeweils ein Problem bei der Altersstruktur. Es rücken einfach zu wenig jüngere Leute nach, die die Partnerschaft und Freundschaft unabhängig vom offiziellen Part der beiden Stadtverwaltungen tragen.

Filmabend als gelungene gemeinsame Veranstaltung

Eine gelungene Werbung für die deutsch-französische Partnerschaft war nicht zuletzt der erste deutsch-französische Filmabend im Januar vorigen Jahres gewesen. Europaschule und Partnerschaftsverein hatten den Filmabend gemeinsam organisiert. Wegen der Pandemie hatte es jedoch noch keine Fortsetzung geben können.

Der Partnerschaftsverein nutzte (vor der Pandemie) auch immer das Hoffest der Vereine, um für die Städtepartnerschaft und einen Besuch in Frankreich zu werben. St. Jean de la Ruelle liegt nahe des Loire-Tals, einem Weltkulturerbe. Orleans ist nicht weit entfernt, Paris nur 130 Kilometer. Französische Sprachkenntnisse sind für ein Mitmachen nicht unbedingt erforderlich. Hände und Füße, Sprachcomputer des Smartphones und der Sprache kundige Vereinsmitglieder halfen bislang immer weiter.