Corona-Tests

Wo wird bei der Corona-Notbremse ein Selbst- oder Schnelltest benötigt?

Von Nicole Grandt
Das Testmobil des Landkreises bekommt Verstärkung: Am Impfzentrum in Burg wird demnächst auch getestet. Archivfoto: Anke Reppin

Burg

Muss man sich vor dem Friseurbesuch testen lassen oder nicht, warum kann man ohne Test in das Gartencenter, aber nicht in den Baumarkt? Die Corona-Notbremse soll die Infektionszahlen senken, sorgt aber auch für Verwirrung. Landrat Steffen Burchhardt (SPD) und sein Stellvertreter und Leiter des Impfzentrums Thomas Barz (CDU) erklären, wie der aktuelle Stand rund um das Thema Testen im Jerichower Land ist.

Selbsttests sind doch erlaubt - manchmal

Die Corona-Notbremse sieht vor, dass Kunden vor einem Friseurtermin, einer anderen körpernahen Dienstleistung oder auch beim Einkaufen in Baumärkten einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Reicht dazu ein Selbsttest oder ist dazu ein Test aus einer Apotheke oder einem Testzentrum notwendig? „Heute ist ganz aktuell die Information vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlicht worden, dass Selbsttests grundsätzlich auch gültig sind“, stellt Barz klar. In der Stellungnahme des Bundesgesundheitsministeriums steht aber auch, dass diese Selbsttests beim Geschäft vor Ort gemacht werden müssen. Zu Hause testen und dann zum Shoppen fahren, ist also nicht gültig. Außerdem dürfen Geschäfte selbst entscheiden, ob sie einen Selbsttest akzeptieren oder auf einem Schnelltest bestehen, der in einem Testzentrum oder in der Apotheke durchgeführt wurde. Dies kann zu Irritationen führen, wenn in einigen Geschäften Selbsttests akzeptiert werden, in anderen aber nicht. Darüber ist sich auch der Landrat bewusst. „Ich denke, dass es gerade in kleineren Geschäften unproblematisch sein wird, beispielsweise vor einem Friseurtermin, etwas früher zu kommen und den Test vor Ort durchzuführen.“

Weiteres Testangebot am Impfzentrum

Barz und Burchhardt ist bewusst, dass das Thema Testen derzeit sehr hohe Priorität bei den Bewohnern des Jerichower Lands hat, da im Alltag nun oft Tests erforderlich sind. „Der Bedarf wächst dadurch, und wenn die Angebote, die wir derzeit haben, häufig in Anspruch genommen werden, brauchen wir eventuell zusätzliche Angebote“, erklärt der Landrat. Das Testmobil, das der Landkreis seit einigen Wochen im Einsatz hat, sei gut angenommen worden. „Viele Menschen haben dies bisher auch ohne konkreten Anlass genutzt, einfach um sicherzugehen, ob bei ihnen eine Infektion vorliegt. In der vergangenen Woche wurden rund 570 Menschen getestet.“ Da die Nachfrage hoch ist, wird vom Landkreis am Impfzentrum in Burg demnächst ein Testzentrum eingerichtet, wo von Montag bis Freitag getestet werden soll. „Wenn nicht ausreichend Möglichkeiten eingeräumt werden, sich testen zu lassen, wäre das ja praktisch ein K.O. beispielsweise für Frisöre, weil die Kunden nicht mehr kommen können, sobald die Inzidenz über 100 ist“, erklärt Barz das zusätzliche Angebot. Neben der mobilen Testmöglichkeit und dem Testzentrum gibt es auch acht Apotheken im Landkreis, die Schnelltests anbieten. Derzeit sind dies in Burg die Neue Flora-Apotheke, die Rats-Apotheke und die Park-Apotheke. In Genthin wird in der Einhorn-Apotheke getestet, in Parey die Adler-Apotheke und in Gerwisch die Sonnen-Apotheke. In Gommern bieten die Schloss Apotheke und die Rats-Apotheke Tests an. „Zusätzlich sind Tests bei Ärzten möglich, aber welche das im einzelnen sind, darüber haben wir keine Übersicht, da viele dies ihren Patienten nur auf Nachfrage ermöglichen“, so der Landrat.

Vereinzelte Infektionen in Schulen

Auch in Schulen ist das Thema Tests weiterhin hoch im Kurs. Dort müssen die Kinder und Jugendlichen zweimal in der Woche getestet werden. „In den Schulen sind vereinzelt Infektionen nachgewiesen worden, vor allem in Grundschulen“, berichtet Barz. „Dadurch, dass in Schulen regelmäßig getestet wird, ist dies ein Bereich, in dem wir ein ziemlich genaues Bild vom Infektionsgeschehen haben und die Lage gut einschätzen können“, fügt der Landrat hinzu. Die Corona-Notbremse sieht vor, dass bei der Inzidenz von über 165 an drei aufeinander folgenden Tagen nur noch Distanzunterricht möglich sein wird. „Das heißt aber nicht, falls dieser Wert bei uns eintritt, dass dann alle Schulen leer sein werden. Es gibt immer noch die Möglichkeiten, dass Abschlussklassen vor Ort unterrichtet werden können. Wir sind in Kontakt mit den Schulleitern und sind bemüht Lösungen zu finden, um den Kindern und Jugendlichen trotz der schwierigen Situation Bildung zu ermöglichen.“ Burchhardt ist sich bewusst, dass es gerade für Familien einige der größten und schwierigsten Herausforderungen ist, die Beschulung zu gewährleisten und dies mit den Verpflichtungen der Arbeit zu verbinden.

Barz stimmt ihm zu: „Es ist eine sehr schwierige Situation für uns alle. Aber wir kommen da nur raus mit Testen und Impfen.“