Gommern l Einmal Schwung holen, und los geht‘s! Also, fast. Was bei den Jungs aus Burg so einfach aussieht, ist in der Umsetzung dann auf einmal gar nicht mehr so einfach, wenn man noch nie auf einem Skateboard gestanden hat. Das macht aber an diesem gar nichts – denn darum geht es: Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren.

Zusammen mit dem AWO Nachbarschaftstreff Burg haben die Jungs von Skate & Roll ihre Bretter gepackt und sich auf den Weg ins benachbarte Gommern gemacht. „Beim offenen Streetday am 20. September hatten viele Jugendliche und Kinder bei den Skatern vorbeigeschaut“, erklärt Fabian Borghardt, Koordinator des AWO Nachbarschaftstreffs Burg.

Deshalb habe die Gruppe, die vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert wird, einen Workshop-Tag für die Gommeraner geplant. „Sie haben die Boards, die Schützer, – und vor allem die Erfahrung“, so Borghardt. Deshalb geht es an diesem sonnigen Sonnabend auf die Skate-Anlage in direkter Umgebung des Volkshaus Gommern.

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Skate-Workshop

Dort wartet am Jugendclub schon Mirko Jekel. Seit Anfang August betreut er den Gommeraner Jugendclub in direkter Nachbarschaft des Volkshauses. „Ich mache ein Jahr lang Bundesfreiwilligendienst bei der AWO“, erklärt der 27-Jährige. Mirko Jekel kennt die Situation der Jugendlichen auf dem Land genau, er selbst stammt auch aus Gommern. „Manchmal ist es schwierig, hier in der Region in und um Gommern Angebote für die Jugendlichen zu gestalten“, erklärt der ehemalige Auslieferungsfahrer.

Deshalb hat er nach dem erfolgreichen Street-Day viel Werbung in den örtlichen Schulen gemacht, Flyer verteilt. Ab 10 Uhr warteten die Burger mit den Brettern. Eine Handvoll interessierter Gommeraner Jugendlicher kamen vorbei, „aber wir haben nach dem Streetday schon mit mehr Interesse gerechnet“, so Fabian Borghardt.

Trotzdem finden einige doch noch den Weg auf das Brett. Hier helfen dann die Skater von Skate & Roll um Lucien Schröder weiter. Die Faszination um den Sport, der vor über 30 Jahren als Subkultur aus Amerika herübergeschwappt ist, hat den Burger schon als Kind gepackt. „Obwohl man für sich fährt, macht das in der Gruppe einfach mehr Spaß“, erklärt Lucien Schröder.

Mitternachtsturnier

Für Mirko Jekel ist der Tag vor allem eine willkommene Abwechslung für die Gommeraner Jugendlichen. „Auch wenn sie eigentlich lieber BMX fahren“, so der 27-Jährige. Das wolle der AWO Kreisverband bei der nächsten Planung berücksichtigen. Denn für die Jugendlichen fehlen alternative Freizeitangebote. Zuletzt hatte die AWO in den Herbstferien einen Graffiti-Tag veranstaltet. „Am 16. November planen wir noch ein Mitternachtsturnier für die Jugendlichen“, erzählt Fabian Borghardt.

Veranstaltungen und Aktivitäten wie das Turnier und der Workshop sind für den Gommeraner Mirko Jekel ein wichtiger Bestandteil der Jugendarbeit in seinem Heimatort. „Manche hier greifen zu Alkohol und Drogen. Es kam auch schon zu Schlägereien“, erzählt der Bundesfreiwilligendienstler.

Der Workshop-Tag hingegen wirkt entspannt, sonnig – und sportlich. Während Lucien Schröder zusammen mit den Jugendlichen auf dem Brett übt, flitzt Lucas Schröder mit dem Board vorbei, die Rampe hoch, springt – und fährt nach einer Drehung mit dem Brett locker weiter. Üben scheint sich zu lohnen.