Burg/Büden l Der Parchauer Klaus Wegemann stand als Kind am Nordufer des Parchauer Sees als eine sowjetische Schulungsmaschine des Modells ‚MIG-21‘ „kopfüber abstürzte“. Soldaten, die gerade in der Nähe des Wehres gelegen haben, seien sofort zum Unfallort in der Nähe vom heutigen Burger Ortsteil Ihleburg geeilt. Klaus Wegemann ist einer von einem Dutzend Volksstimme-Lesern, die sich noch gut an die verschiedenen Abstürze von sowjetischen Militärmaschinen im Landkreis erinnern.

Helmut Menzel, der Leiter der Fachgruppe Militär- und Garnisonsgeschichte Magdeburg, freut sich über die vielen Rückmeldungen. Denn: Zeitzeugen sind für die Arbeit der Fachgruppe das A und O.

Unfallort Ihleburg

Zu diesen wichtigen Zeitzeugen im Jerichower Land gehört auch Ulrich Schleinig. Der Burger hat gerade am Parchauer See geangelt, als am Himmel die sowjetische Maschine „ziemlich tief flog und eine schwarze Rauchfahne hinter sich her zog“. Kurz darauf habe er einen Knall gehört. Lange Zeit sei der Unfallort bei Ihleburg von den russischen Soldaten abgesperrt gewesen. Heute noch ist Ulrich Schleinig zufolge das Loch vom Absturz zu sehen - fast sechs Meter Durchmesser, die heutzutage mit Wasser voll gelaufen und zugewachsen sind.

Laut Helmut Menzel muss sich dieser Absturz zwischen 1960 und 1962 ereignet haben. Ein paar Jahre später gab es dann wohl einen Absturz in der Nähe von Burg an der Straße Richtung Pietzpuhl. Davon berichtet unter anderem die Pietzpuhlerin Edelgard Rach. Sie war damals gerade auf dem Heimweg von Schermen nach Pietzpuhl, als sie plötzlich auf Höhe des sogenannten Wäldchens die laute Explosion der Maschine hörte und noch ziemlich dicht an den Unglücksort heran rannte. Zufällig sei damals gerade eine Truppe von sowjetischen Militär-Fahrschülern vor Ort gewesen und begann sofort alles abzusperren. Heinz Melcher aus Möser war damals mit der Feuerwehr im Einsatz. Doch selbst die Rettungskräfte seien von den Soldaten nur bedingt in die Nähe des Unfallortes gelassen wurden. Heinz Melcher könne noch heute den exakten Absturzort zeigen.

Dass über diesen Unfall in der Nähe der Autobahn abends in den Westnachrichten berichtet wurde, daran konnten sich mehrere Anrufer erinnern. Damit wird es für die Fachgruppe sicher leichter, das genaue Datum auszumachen.

Alles eingesammelt

Ein paar Tage später nach dem Absturz ist Volksstimme-Leser Manfred Benndorff noch mal zum Unfallort hin. „Doch die Russen hatten jedes einzelne Teil eingesammelt, es lagen nur noch ein paar ganz kleine Splitter dort rum“, erinnert sich Manfred Benndorf.

An den Absturz in den 70er Jahren kann sich Gerhard Schwarz noch sehr gut erinnern. Er war als Unfallsachbearbeiter vor Ort, als eine sowjetische Maschine zwischen Nedlitz und Landhaus Zeddenick abgestürzt ist. Die Beobachter hätten damals drei Fallschirme landen sehen. In der Maschine saßen jedoch nur zwei Piloten. Der dritte Fallschirm soll zu einem sogenannten Rettungsbehälter gehört haben, erklärt Gerhard Schwarz. Ganz nah an diesem Unfallort war auch der Niegripper Uwe Hase. Als ehemaliger Volkspolizist war er mit für die Absicherung verantwortlich.

Wer sich auch an einen dieser Fliegerabstürze erinnert, kann sich gern bei Helmut Menzel unter Telefon 03921/72 98 30 oder per Email an magdeburg.magado@gmail.com melden.