Burg/Genthin l Die mehrjährige Trockenheit hat auch Auswirkungen auf das Jerichower Land. So ist der Grundwasserspiegel seit 2016 deutlich gesunken, teilte die Untere Wasserbehörde auf der jüngsten Sitzung des Kreis-Umweltausschusses mit. Um dennoch die Trinkwasserversorgung in ausreichendem Maße sicherzustellen, wird es künftig weitere Einschränkungen bei der Wasserentnahme geben müssen.

Nach einer Untersuchung der Kreisverwaltung zwischen 2016 und Juli 2019 ist der Grundwasserspiegel beispielsweise in Parchau am deutlichsten gefallen – um 64 Zentimeter. Wurde 2016 dort der Wasserpegel ab 5,59 Meter gemessen, muss jetzt 6,23 Meter tief gebohrt werden. In Wüstenjerichow ist der Grundwasserspiegel jetzt 55 Zentimeter tiefer, in Drewitz sind es 55 Zentimeter, in Theeßen 46 Zentimeter und in Genthin 32 Zentimeter. Diese Zahlen sind laut Kreisverwaltung mehr als ein Achtungszeichen, so Pressesprecherin Claudia Hopf-Koßmann.

Weitere Einschränkungen

Ursache für diese Entwicklung sind die fehlenden Regenfälle. So ist der mittlere Niederschlag pro Jahr in Burg-Blumenthal von 460 Millimeter von 2015 auf aktuell 233 Millimeter zurückgegangen. Ähnlich sieht es in Genthin und Drewitz aus. Fielen dort 2015 noch 592 beziehungsweise 616 Millimeter Regen, sind es derzeit 233 und 301 Millimeter. Dies alles habe gravierende Auswirkungen auf die Wasserstände in den Oberflächengewässern. Insgesamt geht der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) von weiter leicht fallenden Grundwasserständen aus. Die Wetterlage der vergangenen Woche habe nur punktuell zu einer Entspannung der Situation geführt.

Der Landkreis weist deshalb darauf hin, dass es weiterhin untersagt ist, Wasser aus Oberflächengewässern abzupumpen. Die Mitarbeiter der Wasserbehörde führen entsprechende Kontrollen durch. Kleingärtner sollten an heißen Tagen die Beregnungszeiten anpassen und deshalb die verdunstungsarmen Abend-, Nacht- oder Morgenstunden nutzen. Nach einer Neuberechnung der so genannten Grundwasserneubildungsrate will der Landkreis bestehende große Wasserrechte an die Gegebenheiten anpassen.

Um eine Entspannung der Situation und damit ein Anstieg des Grundwasserspiegels herbeizuführen, müsste es mehrere Wochen gleichmäßig regnen. Das ist zumindest in den kommenden Tagen nicht in Sicht.

Der Wassermangel und die Dürre haben seit geraumer Zeit auch deutliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Bei der aktuellen Maisernte gibt es im Landkreis – je nach Bodenverältnissen – nach dem Dürrejahr 2018 wiederholt deutliche Verluste.