Dornburg l Bis auf den letzten Platz besetzt war der Saal der Gaststätte „Schlosskrug“ zum 10. internationalen Brieftaubenzüchtertreffen. „Für eine Randsportart, die wir sind, ist das eine Menge“, sagte Organisator Axel Wolf vom Brieftaubenzuchtverein 8149 „Heimkehr“ Gommern. Er freute sich, dass ihn mit Lars Heinrich und Tamara Karbe zwei junge Vereinsmitglieder unterstützten. Sie trugen sehr zum Erfolg des Treffens bei, betonte er.

Zwar fehlten nach neun Jahren zum ersten Mal die Sportfreunde aus Holland, weil sich deren Auszeichnungsveranstaltung mit dem Dornburger Termin überschnitt, aber die Resonanz aus dem gesamten Bundesgebiet war groß, und die sieben Sportfreunde aus Polen sicherten den internationalen Charakter des Züchtertreffens. Die Gespräche liefen auf Englisch oder ein Sportfreund aus der Reisevereinigung, ein gebürtiger Pole, half als Übersetzer aus.

Erfahrungsaustausch

Neben dem Erfahrungsaustausch untereinander gab es eine Podiumsdiskussion, die Heiko Nomen, Redakteur beim Fachmagazin „Die Brieftaube“, moderierte. Klaus Stieneker, Garik Sparty und Axel Wolf sprachen über Themen der Zucht, über Ernährung und Gesundheit der Tiere, und sie setzten sich mit den immer populärer werdenden One-Loft-Rennen (Ein-Schlag-Rennen) auseinander. Alle drei Männer lassen ihre Tiere bei solchen Rennen teilnehmen. Die Nähe zur Taube, das tägliche Kümmern, das den Sport eigentlich ausmacht, gehen ein Stück weit verloren, wenn der Züchter sein Tier für diese Wettbewerbe in die Hände eines anderen gibt.

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Nach der Podiumsdiskussion wurden die ausgestellten Tauben bewertet. Einige Tiere wechselten auch ihren Besitzer. „Es waren Tiere von herausragender Qualität ausgestellt, die es in unserer Region ohne so ein Züchtertreffen nicht geben würde“, sagte Axel Wolf. In diesem Umfang habe die Veranstaltung nur aufgrund der Unterstützung von Sponsoren stattfinden können.

Zugeparkte Hauptstraße

Das große Interesse aus dem ganzen Bundesgebiet sorgte für eine zugeparkte Hauptstraße in Dornburg. Die Sportfreunde seien aber darum gebeten wurden, den Schlossplatz zum Parken zu nutzen, wies Axel Wolf hin. In Dornburg und den umliegenden Orten übernachteten die meisten Teilnehmer.

Es heißt, die Brieftaube sei „das Rennpferd des Bergarbeiters“, entsprechend beliebt ist der Sport im Ruhrgebiet. Mittlerweile haben die Brieftaubenzüchter in Sachsen-Anhalt aber ein Niveau erreicht, das mit Nordrhein-Westfalen mithalten könne, sagte Axel Wolf. Dem Dornburger ist in diesem Jahr der größte Erfolg in seinem Sport überhaupt gelungen.

Beim Million Dollar Race dabei

Im „Schlosskrug“ war zu Beginn diesen Jahres Geschichte geschrieben worden. Um die 20 Sportfreunde hatten mit Axel Wolf das Million Dollar Race, das höchstdotierte Rennen der Welt, auf einer Videoleinwand verfolgt. Jubel und Freude kannten keine Grenzen, als „Premiere My Price“, die Taube des einheimischen Teams, das Rennen, die inoffizielle Weltmeisterschaft, gewann.

Neben Axel Wolf gehörten dem Team „Brandy“, das seinem Namen einer Bierlaune verdankte, Klaus-Dieter Rätsel, Andreas Mahlow und Werner Held an.

200.000 Dollar für 1. Platz

Beim Million Dollar Race in Südafrika - das zu den One-Loft-Races zählt - geht es um Gesamtpreisgelder in Höhe von 1,1 Millionen Dollar. Mit 200.000 Dollar ist der erste Platz dotiert. Allerdings gehen von dieser Summe auch allerhand Spesen ab. Für den letzten Flug musste die Taube eine Distanz von 550 Kilometern zurücklegen. Bei Rennen in Portugal, Irland oder erstmals in Thailand starteten von Axel Wolf gezüchtete Brieftauben. In der nächsten Saison gehen sie unter anderem in Südafrika oder Simbabwe an den Start.

Erfolgserlebnisse

Mit den Platzierungen vor Ort war Axel Wolf nicht weniger zufrieden. Seine Schlaggemeinschaft mit Hannelore Platte erreichte 2018 den 10. Platz in der Deutschen Meisterschaft - bei 40 000 Teilnehmern. Zur Siegerehrung in Dortmund wurde vor 5000 Zuschauern die Nationalhymne gespielt. „Das ist schön, wenn man so ein Erfolgserlebnis teilen kann.“ Für dieses Jahr ist absehbar, dass wiederum drei Sportfreunde des Regionalverbandes Magdeburg unter den zehn Erstplatzierten bei der Deutschen Meisterschaft sein werden.

9. Platz für Dornburger

Unter den rund 600 organisierten Züchtern im Regionalverband Magdeburg belegte die Dornburger Schlaggemeinschaft den 9. Platz (Generalmeister). Auch das war ein beachtlicher Erfolg.