Niegripp l Die Stadtverwaltung in Burg soll entsprechende Vorkehrungen treffen, damit der Detershagener Weg nicht von schweren Lastern oder Baufahrzeugen genutzt wird, um 2020 das neue, knapp vier Hektar große Wohngebiet für 29 Häuser am See erschließen zu können.

Dazu zählen eine Tonnagebegrenzung für den engen Abschnitt und entsprechende Beschilderungen an Ortseingängen. Zudem ist vorgesehen, diesen Passus mit den Erschließungsvertrag zwischen der Stadt und der Baufirma aus Magdeburg schriftlich festzuhalten. Darauf einigten sich Sonnabend während einer Vor-Ort-Begehung die Mitglieder des städtischen Bau- und Umweltausschusses, Ortschaftsrates, Bauunternehmens, Mitglieder der AfD/Endert-Fraktion und zahlreiche Einwohner.

„Hier können definitiv keine Lkw entlang fahren. Das gibt weder der Zustand der Straße her noch die Breite der Fahrbahn“, fasste Ausschusschef Clemens Engel (CDU) das einstündige Gespräch zusammen, bei dem der Abschnitt unter die Lupe genommen wurde.

Keine lange Diskussion

Auch Ausschussmitglied Ulf Möbius (SPD) wiederholte die Meinung des Ortschaftsrates, dass es keiner langen Diskussion bedürfe, um zu erkennen, dass der Detershagener Weg „völlig ungeeignet“ für die Erschließung des Wohngebietes sei. Diese Auffassung bekräftigten die Einwohner dieser und angrenzender Straßen noch einmal. „Der Detershagener Weg besteht aus Kopfsteinpflaster und hat nicht mal einen Fußweg. Hier können sich zwei Laster auf keinen Fall begegnen“, sagte Andrea Rust. „Und bei einem Stau auf der Autobahn 2 wird die Straße zu einem Verkehrsnadelöhr.“

Welchen Weg sollen die Baufahrzeuge aber nehmen? „Der Detershagener Weg war ohnehin nicht vorgesehen. Da fährt kein Lkw-Fahrer freiwillig durch, höchstens ein Irrläufer“, versicherte Bauunternehmer Mike Schrader. Auch das Navi würde auf die Straße Am See verweisen, deren Durchfahrt am praktischsten sei. Möbius regte stattdessen an, die Straße am ehemaligen Kieswerk mit zu nutzen. „Sie ist da, breit genug und auf jeden Fall für alle Baufahrzeuge aus Magdeburg eine Alternative.“ Ob das allerdings machbar ist, müsse geprüft werden, sagte Bau-Fachbereichsleiterin Sonnhild Noack. „Wir verstehen die Bedenken der Anwohner und werden eine Lösung finden.“

Einwohner befürchten Konflikte

Mit Skepsis wird indessen der Plan betrachtet, dass der Wall zum See im Zuge der Entwicklung des Wohngebietes abgetragen wird, damit zumindest ein Teil der neuen Bauherren einen freien Blick zum See hat.

Einige Einwohner befürchten, dass es zu Konflikten kommen könnte, weil der Uferbereich auch öffentlich und für Feste genutzt wird. Mike Schrader sieht hier kein Reibungspotenzial. „Dass der Wall abgetragen wird, war von Beginn an so vorgesehen. Außerdem schaut sich jeder Bauherr sein Grundstück in der Regel vier- bis fünfmal vor einem Kauf an und informiert sich über die Örtlichkeiten. Das ist auch hier so.“

Als Biotop eingestuft

Der Wall allerdings ist von der Naturschutzbehörde offiziell sogar als Biotop eingestuft worden. Wird er abgetragen, sind Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen nahe der Autobahn vorgesehen. „Ich nehme dafür 150.000 Euro in die Hand“, so Schrader.

Anja Mewes-Parschau, die derzeit ein Eigenheim im Ort errichtet, verlangte für Niegripp grundsätzlich ein Infrastrukturkonzept, „das alte und neue Einwohner gleichermaßen mitnimmt“ und alle Schwerpunkte des Dorfes beleuchtet. Angesichts der Tatsache, dass neben dem Wohngebiet Am See anschließend ein weiteres am Rande des Detershagener Weges geplant ist, müssten aufkommende Fragen und Probleme, einschließlich Schule, Kita und Konsum, im Vorfeld erörtert werden.