Gardelegen l Bürgermeisterin Mandy Zepig mahnte am Montagabend eindringlich, eine Entscheidung zu treffen, „denn wir haben sonst eine leerstehende Schule, mit der wir nichts machen können“. Denn die wäre es geblieben, da nach einer möglichen Sanierung es laut Information des Landesschulamtes nicht gestattet gewesen wäre, aufwachsend zu beschulen. Sprich: Erst eine erste Klasse und in den folgenden Jahren weitere einzuschulen, bis die vier Jahrgänge voll sind.

Regina Lessing, Gemischte Fraktion, verteidigte noch einmal den Antrag ihrer Fraktion, die Aufhebung des Schulstandortes abzulehnen. „Wir haben das nicht aus Jux und Hudelei gemacht“, so Lessing. Es habe gute Denkansätze gegeben, „aber Sie haben verhindert, dass die Schuleinzugsbereiche geändert werden“, so die Fraktionsvorsitzende, unter anderem mit Blick auf Fraktionsmitglieder der SPD.

Gudrun Gerecke spricht von Geisterschule

Andere Fraktionen hätten keine Vorschläge geliefert, würden stattdessen „unsere Anträge zerreißen“. Auf Antrag von Lessing wurde bei der Beschlussvorlage über die Aufhebung des Schulstandortes namentlich abgestimmt. Und Lessing hatte angekündigt, dass ihre Fraktion mit zahlreichen Vertretern aus dem ländlichen Bereich bei einem Nein bleibe. Schweren Herzens werde sie für die Aufhebung des Schulstandortes stimmen, kündigte Gudrun Gerecke (Linke-Fraktion) an. Estedt hätte gute Voraussetzungen gehabt, „aber mit einer Geisterschule ist uns nicht geholfen.“

Das Modell der Außenstelle brachte Walter Thürer (SPD-Fraktion) erneut ins Gespräch, und das auch mit Blick darauf, dass die Gardeleger Reutter-Grundschule (derzeit geleitet von der Leiterin der Kalbenser Grundschule) und die Jävenitzer Einrichtung (derzeit geleitet vom Miester Grundschulleiter) quasi als Außenstellen geführt werden. Thürer: „Das Modell des Kultusministeriums könnten wir doch übernehmen“. Worte der Einsicht und Selbstkritik fand CDU-Fraktionschef Jörg Gebur. Er sei grundsätzlich für den Erhalt der Estedter Grundschule, „aber das können wir den Eltern jetzt nicht zumuten“. Es habe viele Möglichkeiten zum Erhalt gegeben, „aber vielleicht haben wir auch aus einer gewissen Feigheit heraus Entscheidungen nicht getroffen“. Es müsse jetzt ein Schlussstrich gezogen werden, „das sind wir den Eltern schuldig“.

Nicht mehr diskutiert wurde über den Antrag der Fraktion Freie Liste/Feuerwehr, die auf zwei Seiten Papier beantragt hatte, für das Estedter Haus nun eine „konzeptionelle, zukunftsorientierte Lösung zur Weiternutzung der Infrastruktur der Grundschule Estedt im Zusammenhang mit den anschließenden Kinderbetreuungseinrichtungen zu erarbeiten“. Der Antrag wird im Sozialausschuss in der nächsten Sitzungsschiene im Januar behandelt.