Gardelegen l Die derzeitigen Bauaktivitäten stehen im Zusammenhang mit langfristigen Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen an der Nikolaikrche, mit denen bereits in den 1990er Jahren begonnen wurde. „Bei Arbeiten im Kircheninnenraum, zum Beispiel bei der Restauerierung der Wandmalereien, wurden Feuchteschäden im Mauerwerk festgestellt, insbesondere in Teilbereichen der Apis“, erklärt Anette Bernstein, Vorsitzende des Gardeleger Vereins für Kultur- und Denkmalpflege. Der Verein ist Träger der Baumaßnahme. Wie die Vereinschefin weiter erläutert, sei Nässe ins Mauerwerk eingedrungen. Wahrscheinliche Ursache dafür sei, dass irgendwann rund um die Kirche Erdreich zu hoch ans Mauerwerk aufgeschüttet wurde. Um im Inneren der Nikolaikirche die begonnenen Restaurierungsarbeiten fortführen zu können, sei es nun notwendig, erst einmal das Wasser aus den betroffenen Wandbereichen heraus zu bekommen.

Mauertrocknung in den Wintermonaten

„Damit kommen wir auch einer Forderung der Denkmalschutzbehörde nach“, so Bernstein. Wie der beauftragte Architekt, Lutz Schwarzbrunn, gegenüber der Volksstimme ausführt, sei die Feuchtigkeit oberhalb der Granitgründung, also des Sockels, ins Mauerwerk eingedrungen. Daher sei es nun als erstes erforderlich, rund um die Apsis das Bodenniveau wieder bis auf Sockelhöhe abzutragen. „So kann keine weitere Nässe ins Mauerwerk eindringen. Aber im Zuge der Maßnahme wird außen herum auch der Granitsockel freigelegt. Das ermöglicht über die Wintermonate eine Trocknung des Mauerwerks. Dann können die schadhaften Stellen des Mauerwerks repariert werden.“

Wie der Architekt weiter erläutert, ließen sich insbesondere bei trockenkaltem Wetter gute Trocknungseffekte erzielen. „Wir hoffen, dass wir solche Witterung in absehbarer Zeit auch bekommen werden. Ansonsten dauert es eben länger.“ Da der Sockel nun schon einmal freigelegt wird, ist es nach ausreichender Trocknung der Wände laut Schwarzbrunn außerdem vorgesehen, den Sockel abzudichten, also neu zu verfugen. Im Anschluss werde das Erdreich wieder aufgefüllt - bis maximal auf Sockelhöhe. Der Architekt befürchtet, dass die sehr dicht an der Sakristei stehende, stattliche Kastanie (nordöstliche Kirchenseite), Schäden am Fundament verursacht haben könnte. Das werde bei den weiteren Schachtarbeiten genau untersucht.

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Kastanienbaum ist rund 80 Jahre alt

„Der Baum ist schätzungsweise 80 Jahre alt. Zur damaligen Zeit wurden eher selten Maßnahmen zur Wurzelsicherung an Bauwerke eingebaut. Ich befürchte, dass die Wurzeln bereits in den Sockel gewachsen sind. Sollten gravierende Schäden festgestellt werden, dann muss eine Entscheidung getroffen werden, was aus dem Baum werden soll“, schätzt der Architekt ein.

Nach Auskunft des Bauamtsleiters der Stadt Gardelegen, Engelhardt Behrends, belaufen sich die Kosten für die zusätzlichen Baumaßnahmen an der Nikolaikirche auf rund 15 000 Euro. „Genutzt wird dafür das Förderprogramm für den städtebaulichen Denkmalschutz. Der Förderanteil liegt bei rund 80 Prozent. Die Stadt wird sich auch künftig an den notwendigen Sanierungsmaßnahmen an der Nilolaikirche beteiligen“, so Behrends. Die Restaurierungsmaßnahmen im Inneren der Sakristei sollen, wenn möglich, im kommenden Jahr fortgesetzt werden.