Zichtau l Das Thema gesunder, naturnaher Garten beschäftigt viele Menschen. Diesen Eindruck konnte man jedenfalls am Sonnabend beim zweiten Grünen Stammtisch in Zichtau gewinnen. Gartenfreunde aus der ganzen Altmark und darüber hinaus hatten den Weg auf das altehrwürdige Gutsgelände gefunden. Unter anderem kamen die Besucher aus der Region Lüchow, aus Havelberg, Tangerhütte und sogar aus Gommern. Die meisten der Gäste wollten diese Gelegenheit nutzen, um sich über die Aktion „NaTür – Natur beginnt vor der Tür“ informieren. Denn die Gartenakademie Sachsen-Anhalt in Zichtau zeichnet seit geraumer Zeit natürliche Gärten, aber auch öffentliche Grünanlagen mit der Plakette „Natur im Garten“ aus. Und genau auf diese haben es nicht wenige der Teilnehmer des zweiten Grünen Stammtisches abgesehen. Aber es waren auch Gäste mit dabei, die einfach nur Ideen rund um den ökologischen Gartenbau einholen wollten.

Ohne Pestizide und Torf

Diesem Wunsch kam zum Beispiel Sylvia Meyer nach. Die Referentin gab eine Reihe einfacher Ratschläge für einen gesunden, artenreichen Garten, der, wie sie betonte, gänzlich ohne den Einsatz von Pestiziden, mineralischen Düngern und auch ohne Torf auskommt. Denn der Torfabbau schreite weiter voran und vernichte zehntausende Jahre alte Lebensräume. Meyer empfahl, stattdessen vor allem auf Kompost zu setzen. Zudem seien Maulwurfshügel ein Zeichen für gesunden Boden. Diese hochgewühlte Erde sei ein guter Nährboden für den Gartenbau. Für mehr Artenvielfalt empfahl Meyer unter anderem das Zulassen von Wildwuchs, das Anlegen von Wildblumen und Kräuterbeeten, die Pflanzung von Wildhecken und die Nutzung von Regenwasser. Wichtig sei, für den jeweiligen Standort die passenden Pflanzen auszuwählen.

„Aber Sie brauchen keine Angst zu haben. Für die Plakette müssen Sie nicht alle Empfehlungen streng befolgen. Von den Vorgaben müssen nur einige erfüllt sein“, so Meyer. Und es gab noch einen zweiten Vortrag an dem Nachmittag. Madlen Hagemann und Almut Roos berichteten von der Aktion „Na-Tür“ in Mecklenburg-Vorpommern und gaben den Besuchern eine Reihe von Tipps zur Schädlingsbekämpfung – gänzlich ohne den Einsatz der chemischen Keule.

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