Gardelegen l Gardelegens Bahnhof fehlt so manches, Toiletten gehören dazu. Derzeit müssen sich Bus- oder Bahnreisende ein Bedürfnis versagen. Seit die Bahn das Objekt aufgab, sind auch die Toiletten passé.
Angefacht wurde die Diskussion vor wenigen Monaten wieder einmal von Landtagsabgeordneten Uwe Harms (CDU), der sogar mit einem Plakat vor dem Bahnhof um Meinungen zur fehlenden Bedürfnisanstalt warb.

Jörg Schmidt von der Saarbrücker Firma Havelinda, die das Bahnhofsgebäude vor drei Jahren kaufte versichert nun: „Wir wollen die Toiletten sanieren." Und zwar jene, die im Seitentrakt des Gebäudes liegen. Unter anderem dafür versprechen sich die Eigentümer Zuschüsse von der Stadt. Und zwar nicht ganz unberechtigt: „In jedem Fall kann sich die Stadt eine finanzielle Beteiligung vorstellen“, versichert Bürgermeisterin Mandy Zepig auf Nachfrage zum Thema Bahnhofstoiletten. Vor einer konkreten Zusage werde aber erst einmal ein konkretes Konzept benötigt, das eine Kostenschätzung beinhaltete. Zepig: „Auf die Vorlage eines solchen Konzepts warten wir allerdings schon seit einigen Monaten.“

Machbarkeitsstudie notwendig

Laut Schmidt ist bereits vor geraumer Zeit ein ansässiger Architekt mit der Erstellung des Toilettenkonzeptes betraut worden. Der allerdings hat offensichtlich noch gar keinen Auftrag dafür: Er habe den Eigentümern bei der Formulierung der Anträge an die Stadt geholfen, so der Planer im Gespräch mit der Volksstimme. Er habe ihnen aber auch mehrfach nahegelegt, dass für eine Sanierung – und auch für die begehrten Fördermittel – zunächst eine Machbarkeitsstudie nötig sei.

Eine solche Studie sei auch deshalb nötig, weil der Denkmalschutz bei dem als Einzeldenkmal deklarierten Gebäude ein Mitspracherecht hat – das stadtbildprägende Haus ist rund 140 Jahre alt und von historischer Bedeutung. „Ohne diese Studie geht gar nichts!“, so der Architekt.