Gardelegen l „Wölfe suchen auch in diesem Gebiet nach Beute. Hunde an kurzer Leine führen. Kinder bitte beaufsichtigen. Die Jagdberechtigten“ Spaziergänger staunten nicht schlecht, als sie am Waldrand der Gemarkung Potzehne dieses Warnschild entdeckten. Ist die Gefahr so akut? Sollte man Waldwanderungen jetzt meiden? Frisst der Wolf jetzt auch Menschen auf? Diese bangen Fragen stellten sich die Wanderer nach ihrer Frühlingstour durch die Wälder. „Der Wolf ist da. Alles andere ist unwichtig“, meinte dazu ein Jagdpächter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Es sei alles nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiere. Er selbst allerdings habe das Warnschild nicht aufgestellt. Er wisse auch nicht so recht, wer das gewesen sein könnte. Seine Zustimmung treffe das jedenfalls nicht.

Sachsen-Anhalt werde von Wölfen geradezu überrannt. Das Thema werde verniedlicht. Die Reviere verlieren an Wert. Der Landesjagdverband versuche, vernünftige Lösungen zu finden – laufe aber seitens der Politik gegen eine Wand, wusste ein anderer Jäger zu berichten. In dem bewussten Gebiet habe es auch schon Wolfsrisse gegeben. Muffelwild sei schon gar nicht mehr da. „Wenn der Wolf hungrig ist, ist ihm egal, ob das Futter auf zwei oder auf vier Beinen daherkommt“, machte der Jäger etwas überspitzt klar.

Sache der Behörden

Fakt ist, der Wolf sei flächendeckend in der Altmark vorhanden, bestätigte der Vorsitzende der Gardeleger Jägerschaft, Gerhard Henke, auf Volksstimme-Anfrage. Es habe bisher aber keine Übergriffe auf Menschen gegeben. Wenn es tatsächlich eine akute Gefahr geben würde, dann sei es Sache der Behörden, der Ordnungsämter, davor zu warnen. Unabhängig davon könne natürlich jeder Jagdpächter Schilder aufstellen. Das sei schließlich nicht verboten.

Im Fall dieses Schildes bei Potzehne hat der Jagdpächter allerdings schnell reagiert. Es hing nur wenige Tage am Baum. Am Donnerstag hat er es wieder entfernt. Sein Kommentar: „Diese Schilder sind sinnlos. Das ist Quatsch.“ Doch wie war das im Märchen? Auch Rotkäppchen hatte nicht auf Warnungen gehört und war vom rechten Wege abgekommen, so dass der Wolf ein leichtes Spiel hatte und sie auffraß. Ein Glück, dass ein Jägersmann daher kam und Rotkäppchen samt Großmutter aus dem Wolfsbauch rettete.