Gardelegen l „Eine routinierte Großbrandbekämpfung“, so beschreibt Sebastian Tschenisch die Arbeiten am Wochenende auf dem Gelände der Frapa-Plast GmbH an der Stendaler Chaussee in Gardelegen.

Der stellvertretende Leiter der Werksfeuerwehr im Chemiepark Bitterfeld ist seit Freitagnachmittag vor Ort, um den Einsatz von 35 Berufsfeuerwehrleuten auf der Großbrandstelle vorzubereiten. In der Nacht zum Sonnabend rücken die ersten hauptberuflichen Einsatzkräfte an. Sie kommen aus verschiedenen Berufsfeuerwehren, die unter dem Dach der Securitas mit Hauptsitz in Berlin tätig sind. Mehr als 18 Werksfeuerwehren betreibt das Unternehmen. Die Bitterfelder Wehr gehört zu den größten.

Spezialtechnik im Einsatz

Mitgebracht haben sie Spezialtechnik mit riesigen Wasserwerfern, ausgestattet unter anderem mit Wärmebildkameras, um am Monitor die Brandherde beobachten zu können. „Wir haben zwar seit vier Stunden keine Rauchentwicklung mehr, aber wir wissen, unter dem Müll brennt es noch heftig“, sagt Tschenisch im Volksstimme-Gespräch am Sonnabendnachmittag.

Brand bei Frapa-Plast Gardelegen

Gardelegen (iwi) l Die Löscharbeiten beim Gardelegener Kunststoffverarbeitungsbetrieb Frapa-Plast dauern an.

  • Am Donnerstagnachmittag wurde erste Technik und Pumpen zurückgebaut. Foto: Ilka Marten

    Am Donnerstagnachmittag wurde erste Technik und Pumpen zurückgebaut. Foto: Ilka Marten

  • Die Flammen auf dem Gelände hatten sich schnell ausgebreitet. Foto: Ilka Marten

    Die Flammen auf dem Gelände hatten sich schnell ausgebreitet. Foto: Ilka Marten

  • Verkohlte Plastikteile in den Boxen. Foto: Ilka Marten

    Verkohlte Plastikteile in den Boxen. Foto: Ilka Marten

  • Das Silo mit den Holzpellets konnte gerettet werden. Foto: Ilka Marten

    Das Silo mit den Holzpellets konnte gerettet werden. Foto: Ilka Marten

  • Am Donnerstagnachmittag qualmte es immer noch, Glutnester loderten immer wieder auf. Foto: Ilka Marten

    Am Donnerstagnachmittag qualmte es immer noch, Glutnester loderten immer wieder auf. Foto: Ilka M...

  • In den Gitterboxen befanden sich Kunststoffteile. Foto: Ilka Marten

    In den Gitterboxen befanden sich Kunststoffteile. Foto: Ilka Marten

  • Blick auf das Betriebsgelände am Donnerstagnachmittag. Foto: Ilka Marten

    Blick auf das Betriebsgelände am Donnerstagnachmittag. Foto: Ilka Marten

  • Die Einsatzkräfte hatten sich einen Weg aus Paletten gelegt, um trockenen Fußes über das Gelände zu kommen. Foto: Ilka Marten

    Die Einsatzkräfte hatten sich einen Weg aus Paletten gelegt, um trockenen Fußes üb...

  • Überall verbrannter Kunststoff. Foto: Ilka Marten

    Überall verbrannter Kunststoff. Foto: Ilka Marten

  • Verkohlte Gitterkisten auf dem Betriebsgelände. Foto: Ilka Marten

    Verkohlte Gitterkisten auf dem Betriebsgelände. Foto: Ilka Marten

  • Restlöscharbeiten am Donnerstag. Foto: Ilka Marten

    Restlöscharbeiten am Donnerstag. Foto: Ilka Marten

  • Am Donnerstagvormittag waren noch 25 Atemschutzgeräteträger und insgesamt 61 Kameraden vor Ort. Foto: Ilka Marten

    Am Donnerstagvormittag waren noch 25 Atemschutzgeräteträger und insgesamt 61 Kameraden ...

  • Das Wasser auf dem Betriebsgelände stand am Donnerstag an der Einfahrt einen halben Meter hoch. Foto: Ilka Marten

    Das Wasser auf dem Betriebsgelände stand am Donnerstag an der Einfahrt einen halben Meter ho...

  • Am Donnerstagvormittag waren Kräfte aus der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf im Einsatz. Foto: Ilka Marten

    Am Donnerstagvormittag waren Kräfte aus der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf im Einsatz...

Brand Frapa-Plast Gardelegen

Gardelegen (iwi) l Der Kunststoffverarbeitungsbetrieb FraPlast Gardelegen steht in Flammen. Zahlreiche Feuerwehrleute sind im Einsatz.

  • Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb in Gardelegen an der Stendaler Chaussee am 24. Mai 2017. Foto: Ilka Marten

    Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb in Gardelegen an der S...

  • Zahlreiche Feuerwehrleute sind bei dem Brand an der Stendaler Straße im Einsatz. Foto: Ilka Marten

    Zahlreiche Feuerwehrleute sind bei dem Brand an der Stendaler Straße im Einsatz. Foto: Ilka ...

  • Dichter Rauch steigt über dem Firmengelände auf. Foto: Ilka Marten

    Dichter Rauch steigt über dem Firmengelände auf. Foto: Ilka Marten

  • Die Löscharbeiten dauern an. Foto: Ilka Marten

    Die Löscharbeiten dauern an. Foto: Ilka Marten

  • Großeinsatz für die Feuerwehren der Hansestadt Gardelegen. Foto: Ilka Marten

    Großeinsatz für die Feuerwehren der Hansestadt Gardelegen. Foto: Ilka Marten

  • Aktiven aus mehreren Wehren sind im Einsatz. Foto: Ilka Marten

    Aktiven aus mehreren Wehren sind im Einsatz. Foto: Ilka Marten

  • Die Flammen lodern empor. Foto: Ilka Marten

    Die Flammen lodern empor. Foto: Ilka Marten

  • Dichter Rauch steigt vom Firmengelände auf. Foto: Ilka Marten

    Dichter Rauch steigt vom Firmengelände auf. Foto: Ilka Marten

  • Atemschutzgeräteträger sind im Einsatz. Foto: Ilka Marten

    Atemschutzgeräteträger sind im Einsatz. Foto: Ilka Marten

  • Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb in Gardelegen an der Stendaler Chaussee am 24. Mai 2017. Foto: Ilka Marten

    Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb in Gardelegen an der S...

  • Die Feuerwehren löschen mit Schaum. Foto: Ilka Marten

    Die Feuerwehren löschen mit Schaum. Foto: Ilka Marten

  • Die Feuerwehren löschen mit Schaum. Foto: Ilka Marten

    Die Feuerwehren löschen mit Schaum. Foto: Ilka Marten

  • Das Feuer ist weithin zu sehen. Foto: Ilka Marten

    Das Feuer ist weithin zu sehen. Foto: Ilka Marten

  • Das Feuer ist weithin zu sehen. Foto: Ilka Marten

    Das Feuer ist weithin zu sehen. Foto: Ilka Marten

  • In einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb ist am Mittwoch ein Brand ausgebrochen.  Foto: Ilka Marten

    In einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb ist am Mittwoch ein Brand ausgebroche...

  • Feuerwehrleute aus mehreren Wehren sind an den Löscharbeiten beteiligt.  Foto: Ilka Marten

    Feuerwehrleute aus mehreren Wehren sind an den Löscharbeiten beteiligt. Foto: Ilka Marten

  • Der Brand lockt zahlreiche Schaulustige an.  Foto: Ilka Marten

    Der Brand lockt zahlreiche Schaulustige an. Foto: Ilka Marten

  • Am Mittwoch kam es im Unternehmen Frapa-Plast zu einem Brand.  Foto: Ilka Marten

    Am Mittwoch kam es im Unternehmen Frapa-Plast zu einem Brand. Foto: Ilka Marten

  • Eine dunkle Rauchwolke steigt empor.  Foto: Ilka Marten

    Eine dunkle Rauchwolke steigt empor. Foto: Ilka Marten

  • Der dunkle Rauch zieht über die angrenzende Bahnlinie.  Foto: Ilka Marten

    Der dunkle Rauch zieht über die angrenzende Bahnlinie. Foto: Ilka Marten

  • Eine dunkle Rauchwolke steigt empor.  Foto: Ilka Marten

    Eine dunkle Rauchwolke steigt empor. Foto: Ilka Marten

  • Eine dunkle Rauchwolke steigt empor.  Foto: Ilka Marten

    Eine dunkle Rauchwolke steigt empor. Foto: Ilka Marten

  • Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb an der Stendaler Chaussee am 24. Mai 2017. Foto: Ilka Marten

    Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb an der Stendaler Chaus...

  • Der Rauch hüllt das Areal vollständig ein.  Foto: Ilka Marten

    Der Rauch hüllt das Areal vollständig ein. Foto: Ilka Marten

  • Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb  an der Stendaler Chaussee am 24. Mai 2017. Foto: Ilka Marten

    Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb an der Stendaler Chau...

  • Schaulustige beobachten den Brand. Foto: Ilka Marten

    Schaulustige beobachten den Brand. Foto: Ilka Marten

  • Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb an der Stendaler Chaussee am 24. Mai 2017. Foto: Ilka Marten

    Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb an der Stendaler Chaus...

  • Schaulustige beobachten den Brand. Foto: Ilka Marten

    Schaulustige beobachten den Brand. Foto: Ilka Marten

  • Schaulustige beobachten den Brand. Foto: Ilka Marten

    Schaulustige beobachten den Brand. Foto: Ilka Marten

  • Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb  an der Stendaler Chaussee am 24. Mai 2017. Foto: Ilka Marten

    Großbrand in einem Gardeleger Kunststoffbe- und -verarbeitungsbetrieb an der Stendaler Chau...

  • Dichter Rauch zieht über die Straße. Foto: Ilka Marten

    Dichter Rauch zieht über die Straße. Foto: Ilka Marten

  • Dichter Rauch zieht über die Straße. Foto: Ilka Marten

    Dichter Rauch zieht über die Straße. Foto: Ilka Marten

  • Die Rauchsäule ist auch in einiger Entfernung zu sehen. Foto: Ilka Marten

    Die Rauchsäule ist auch in einiger Entfernung zu sehen. Foto: Ilka Marten

Brandmeldeanlage hatte ausgelöst

Am Mittwochabend löste um 18.48 Uhr die Brandmeldeanlage des Unternehmens, das Kunststoffmüll zu Granulat verarbeitet, Alarm aus. Riesige Mengen Plastemüll standen in Flammen. Eine dicke, schwarze Rauchwolke mit einer Feuersbrunst breitete sich aus. Noch am Donnerstag war kilometerweit der schwarze Rauch zu sehen. Für die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren begann damit ein Dauereinsatz, der sie mittlerweile an körperliche und materielle Grenzen bringt. Denn eine Vielzahl an Technik und Ausrüstung wurde beschädigt.

Mit Unterstützung der freiwilligen Feuerwehren wurde Freitagnacht Platz auf dem Gelände geschaffen. Am Sonnabend und Sonntag wurde mit schwerer Technik Plastikmüll und Schrott getrennt. Hilfe bekamen die Feuerwehren dabei von einer Abrissfirma aus Magdeburg.

Amtshilfeersuchen

„Die einzige in Sachsen-Anhalt, die so etwas kann“, betont Tschenisch. Der Kunststoffmüll wird auf viele Haufen verteilt, die sofort mit Wasserwerfern erneut bearbeitet werden. Zum einen wird Löschwasser in einem Kreislauf genutzt, das immer wieder in Mulden auf dem Betriebsgelände zusammenläuft. Zum anderen Wasser aus dem nahegelegenen Lausebach. Pro Wasserwerfer 862 Liter pro Minute. „Alles in allem sehr mühselig und zeitaufwändig“, so Tschenisch.

Die Stadt hatte am Freitag ein Amtshilfeersuchen gestellt, um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen, informiert Gardelegens Stadtwehrleiter Sven Rasch. Die Kameraden sind weiterhin im Einsatz. Mitarbeiter vom städtischen Ordnungsamt sorgen unter anderem für die Verpflegung der Einsatzkräfte. Wenn alles nach Plan verläuft, soll der Einsatzort am Sonntagabend den Firmeninhabern übergeben werden.

Juristische Aufarbeitung

Und dann beginnt für die Verwaltung die Arbeit. „Wir werden in den nächsten Wochen ordentlich zu tun haben, das juristisch aufzuarbeiten“, sagt Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig mit Blick auf die Kosten. Denn dieser Einsatz wird nicht billig werden.

Umweltamt nimmt Proben

Noch nicht abzusehen ist die Auswirkung auf das gesamte Ökosystem. Am Freitagabend war das Kreis-Umweltamt vor Ort und hat erste Proben genommen. Zudem sind Erdwälle errichtet worden zum Schutz des Gewässers, informiert Andreas Vogel von der Kreisverwaltung. Auch am Sonntag sind noch einmal Mitarbeiter der Umweltbehörde vor Ort. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Im Vorfeld hatte es deutliche Kritik gegeben, dass das Umweltamt erst am Freitagabend reagiert hat.